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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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heute aufzuſtellen. Ich habe heute Morgen die einzige Euch ge⸗ hörige Theekanne zerbrochen, die im Hauſe war, und hoffte, Frank werde mir aus dem Vorrathshauſe eine zum Erſatz derſelben mit⸗ bringen, ehe man eine brauchte; aber er kommt nicht. Was Löffel betrifft, ſo konnte ich keine in das Haus gehörende finden, und wir bedienen uns dieſer gewöhnlich. Da die Theekanne nicht entbehrt werden konnte, dachte ich, ich könne wohl meinen ganzen Reichthum auf einmal zur Schau ſtellen. Aber dieß iſt das erſte Mal ſeit vie⸗ len, vielen Jahren, daß dieſe Dinge gebraucht werden.

Es lag etwas klagend Melodiſches in Dus' Stimme, trotz ihres Willens und Beſtrebens, unbefangen und heiter zu reden, was ich ausnehmend rührend fand. Während Wenige von uns ein⸗ gehen auf die jubelnde Freude glücklicher emporſteigender Gemein⸗ heit über nur allzu oft ganz zufällige und unverdiente Erfolge,

liegt es in der menſchlichen Natur, zu ſympathiſiren mit dem ab⸗

wärts gehenden Mißgeſchick und mit den Empfindungen, die es zurückläßt, wenn es die Unſchuldigen, die Tugendhaften, die Ge⸗ bildeten trifft und herabzieht. Dieß Silberzeug war aller irdiſche Beſitz, welcher Urſula Malbone noch übrig blieb, und der von der früheren Lage und dem Stand ihrer Familie zeugte, und ohne Zweifel hing ſie daran nicht mit einem unedlen Gefühle krankhaf⸗ ten Stolzes, ſondern als an einem traurigen Andenken an eine Stellung im Leben, der ſie eigentlich angehörte, wie alle ihre An⸗ ſichten, ihre Gewohnheiten von früher Jugend her und ihre Ge⸗ ſchmacksrichtung ſie dieß beſtändig fühlen ließen. Von dieſem letz⸗ teren Geſichtspunkt aus gewürdigt, war dieß Gefühl eben ſo acht⸗ bar, und hatte gegründeten Anſpruch, auf's zarteſte geſchont und geehrt zu werden, als es im andern Falle unwürdig und der Verachtung werth geweſen wäre.

Es fangen viele gemeine Vorurtheile und irrige Begriffe, ſo wie auch viel heuchleriſches Geſchwätz unter uns an, gäng und gäbe zu werden hinſichtlich der Eigenſchaften, welche den Gentleman