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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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kraft eine ſehr furchtbare Perſon geworden. Aber ich konnte nicht mehr zurück, wenn ich es auch gewünſcht hätte; und ein Zeichen von mir bedeutete dem Kettenträger, mich weiter zu führen. Dem Mädchen mußte ich nun doch einmal Stirn gegen Stin gegenüber treten, und je eher es geſchah, deſto beſſer. 3

Das Neſthaus, wie meine beſcheidene Reſidenz genannt wurde, war ſeiner Zeit eine Feſte oderGarniſon geweſen, und hatte drei Seiten eines Parallelogramms gebildet, ſo, daß alle ſeine Fenſter und Thüren auf den Hof hinaus gingen. Auf der vierten Seite waren die Ueberreſte von Pfahlwerk oder Paliſaden, aber größ⸗ tentheils vermodert und zerbrochen, und als Umzäunung ganz nutzlos, weil das Gebäude am Rand eines niederen Felſen ſtand, welcher für ſich ſchon eine genügende Schutzwache gegen die Ein⸗ brüche von Vieh, und eine nicht unbedeutende gegen die von Men⸗ ſchen bildete.

Das Innere des Neſthauſes war weit einladender als das Aeußere. Die Fenſter gaben dem Hof ein lebendiges und heiteres Anſehen, wodurch auf einmal, was zuvor nur als ein Haufe von Blöcken und Scheitern, in Form eines Gebäudes aufgeſchichtet, er⸗ ſchienen, in eine wirthliche und bewohnte Behauſung umgewandelt ward. Eine Seite dieſes Hofes jedoch war viel ſauberer und hatte

ein viel behaglicheres Ausſehen als die andern; und nach der erſten

hin führte mich Andries. Ich wußte, daß mein Großvater Mor⸗ daunt einige Gemächer in dieſem Bau für ſeinen Privatgebrauch hatte einrichten laſſen, und daß nie Befehl gegeben worden war, die herbeigeſchafften Einrichtungsſtücke zu entfernen oder zu ver⸗ äußern. Es überraſchte mich daher nicht, als ich mich beim Ein⸗ treten in das Haus in Zimmer verſetzt ſah, die zwar keineswegs reich oder heiter meublirt und eingerichtet, aber doch ganz anſtän⸗ dig mit den meiſten Artikeln verſehen waren, die man bei einem gewiſſen Grade von verfeinerter Lebensweiſe für nothwendig hält.

Wir werden Dus hier finden, glaube ich gewiß, bemerkte