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nur acht Tage probirte. Ihr habt ſchon von mir gehört, wie viel ich vor dem Kriege unter den Stämmen gelebt habe, und da war Dus bei mir. Auf dieſe Art hat ſie die Sprache aufgeſchnappt, und was ſie einmal gelernt hat, vergißt ſie nie wieder. Dus iſt eine halbe Wilde, weil ſie ſo viel in den Wäldern gelebt hat, und Ihr müßt deßhalb nachſichtig gegen ſie ſein; aber ſie iſt ein kapi⸗ tales Mädchen und der höchſte Stolz meines Herzens.“
„Sagt mir noch Eines, ehe wir in das Haus treten;— ſingt ſonſt noch Jemand hier herum Indianiſch?— hat Sureflint Frauen bei ſich?“
„Nein!— der Mann hat nichts zu ſchaffen mit Squaw's. Was Eure Frage betrifft, ob hier Jemand Indianiſch ſinge, kann ich nur ſagen, ich habe nie von Jemand gehört.“
„Aber Ihr habt mir geſagt, Ihr ſeiet dieſen Morgen die Straße hinabgegangen mir entgegen; waret Ihr da allein?“
„Keineswegs;— wir gingen Alle; Sureflint, Frank, Dus und ich. Ich dachte, es ſei ſchicklich gegen einen Grundherrn, Mordaunt, daß man ihm einen herzlichen Willkomm bereite; ob⸗ gleich Dus ein wenig rebellirte und ſagte, Grundherr oder nicht, es ſei nicht ſchicklich, daß ein junges Mädchen einem jungen Manne entgegengehe. Ich wäre wohl auch ſelbſt dieſer Meinung geweſen, wenn nicht Ihr es geweſen wäret, mein Junge; aber Euch gegen⸗ über konnte ich nicht ſo fremd thun, wie man es wohl gegen einen herumſtreichenden Yankee thäte. Ich wünſchte Euch mit der ganzen Familie zu bewillkommen; aber ich will Euch nicht verhehlen, wie abgeneigt Dus war, von der Geſellſchaft zu ſein.“
„Aber Dus war alſo doch dabei! Es iſt ſehr ſonderbar, daß
wir uns nicht begegneten!“
„Weil Ihr nun einmal davon ſprecht, ich glaube, es kam Al⸗ les von einem Anſchlag dieſes ſchlauen Mädels her! Ihr müßt wiſſen, Mordaunt, nachdem wir eine Strecke weit die Straße hin⸗ ab gewandert waren, beredete ſie uns, in ein Dickicht von Fichten


