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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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Was das bedeuten: erben? Wie einem Mann gehören Land, wenn er nicht es in Beſitz hat?

Wir beſitzen es, wenn nicht, indem wir perſönlich und leib⸗ lich auf der Stelle bleiben, in Kraft unſerer Geſetze und Rechte. Wir Bleichgeſichter regeln alle dieſe Sachen auf dem Papier.

Euch ſcheinen das gut? Warum nicht laſſen einen Mann nehmen Land, wo er es braucht, wenn er es braucht? Land die Fülle. Haben mehr Land als Volk. Genug für Jedermann.

Eben dieſer Umſtand macht unſere Geſetze gerecht; wäre nicht Land genug da fuͤr Jedermann, ſo könnten dieſe Beſchränkungen und Eintheilungen möglicherweiſe ungerecht ſcheinen und auch wohl es ſein. Nun aber kann Jeder ein Gut haben, wer einen mäßigen Preis dafür bezahlen mag. Der Staat verkauft und Landeigen⸗ thümer verkaufen; und wer nicht vom Einen kaufen will, kann es vom Andern.

Das wahr genug ſein; aber nicht einſehen Nothwendigkeit von dem Papier. Wenn Einer will bleiben auf einem Land, laßt ihn bleiben; wenn er will gehen wohin, laßt einen andern Mann kommen. Was nützen, für Anweſen und Beſſerungen zahlen?

Um Anweſen und Beſſerungen zu haben. Wir nennen das die Rechte des Eigenthums, ohne welche kein Menſch nach mehr ſtreben würde, als ſich zu kleiden und zu nähren. Wer würde jagen, wenn Jeder, der des Weges käme, das Recht hätte, das von ihm erlegte Wild aufzugreifen und ihm die Haut abzuziehen?

Sehe das, ganz gut nicht angehen, nein, nicht angehen. Sehe aber nicht, warum mit Land es ſein wie mit Haut; Haut wird mitgenommen von Krieger und Jäger, und Land bleibt, wo es iſt

Das iſt deßwegen, weil der Reichthum von euch rothen Män⸗ nern ſich auf bewegliches Beſitzthum und auf eure Wigwams be⸗ ſchränkt, ſo lang ihr darin zu wohnen Luſt habt. Inſoweit achtet ihr die Rechte des Eigenthums ſo gut als die Bleichgeſichter; aber