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des Geldmangels begreiflich und anſchaulich zu machen, der noch ein paar Jahre nach dem Frieden auf dem Land laſtete. Es er⸗ holte ſich, wie das Kind ſich von einer Krankheit erholt, durch die Stärke ſeiner Natur und mittelſt ſeiner geſunden Lebenskraft; und eines der Mittel, durch welche es ſich erholte und genas, war, daß es ſich zum Anbau des Bodens wandte und die Sichel ſtatt des Schwertes ſchwang. Doch ich fahre in der Erzählung des Geſpräches fort.
„Der Kettenträger iſt ein ehrlicher Mann,“ antwortete ich, „und wie nur zu Viele ſeiner Klaſſe arm; aber er hat Freunde, und weder er noch Ihr, Sureflint, ſollt je euch in die Nothwen⸗ digkeit verſetzt ſehen, ſolche Weiberarbeit zu verrichten, wenn Ihr es nicht ſelbſt wollt, ſo lange ich ein Haus oder ein Pachtgut zu Ravensneſt unbeſetzt habe.“
Wieder gab der Indianer ſeine Anerkennung meiner Freund⸗ ſchaft für ihn zu erkennen, durch jenes flüchtige ſich Erheitern ſeines dunkeln Geſichts; aber wieder ſchwanden auch alle Spuren innerer Bewegung allmählig dahin.
„Wie lange Ihr ihn nicht geſehen?“ fragte er mich plötzlich.
„Ihn geſehen— den Kettenträger, meint Ihr? Ich habe ihn jetzt über ein Jahr nicht geſehen, nicht mehr ſeit wir uns trennten bei Auflöſung des Regiments.“
„Nicht meinen den Kettenträger— meinen das,“ und er deutete vor ſich hin,„Haus, Baum, Pachthof, Land, Neſt.“
„Oh, wie lang es ſei, daß ich das Patent nicht geſehen? Ich habe es noch nie geſehen, Sureflint;— dieß iſt mein erſter Beſuch.“
„Das ſeltſam! Wie Ihr beſitzen Land, wenn es nie geſehen?“
„Bei den Bleichgeſichtern haben wir ſolche Geſetze, daß Eigen⸗ thum von den Eltern auf die Kinder übergeht; und ich habe mein Beſitzthum in dieſer Gegend von meinem Großvater, Herman Mor⸗ daunt geerbt.“


