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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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ſten darnach ausſah, als gäbe er irgend einem weicheren Gefühle Raum. Doch war er zu höflich, und hatte zu viel vom ange⸗ borenen Weſen eines Gentleman, als daß er nicht hätte Etwas erwiedern ſollen auf ein Anerbieten, das ſo ſichtlich und freiwillig von Herzen kam.

Gut! ſagte er nach einer langen Pauſe.Sehr gut, das; gut, von jungem Krieger an alten Krieger angeboten. Danken Euch Vögel genug; Fiſche genug; Botſchaft genug jetzt und nicht brauchen Land. Zeit kommen vielleicht glaube Zeit muß kommen kommen für alle rothen Männer hier herum; ſo glau⸗ ben, Zeit muß kommen.

Was für eine Zeit meint Ihr, Trackleß? Laßt ſie kommen, wenn ſie mag. Ihr habt einen Freund an mir. Welche Zeit meint Ihr, mein tapferer alter Sureflint?

Der Trackleß blieb ſtehen, ließ den Kolben ſeiner Büchſe auf den Boden gleiten und ſtand eine Minute unbeweglich da, ragend wie eine ſchöne Statue.

Ja, Zeit kommen, ſo glaube ich, fuhr er fort.Einmal alter Krieger leben in Wigwam und erzählen jungem Krieger von Skalp, und Berathungsfeuer, und Jagd, und Kriegspfad; jetzt Beſen und Körbe machen.

Dieß war nicht leicht zu mißverſtehen; und ich erinnere mich nicht, je ein ſo lebhaftes Intereſſe auf eine ſo kurze Bekanntſchaft hin empfunden zu haben, als ich für dieſen Onondago zu fühlen begann. Priscilla Bayard ſelbſt, ſo liebreizend, gewinnend, an⸗ muthig und weiblich, hatte kein ſo ſtarkes und lebhaftes Intereſſe in mir erregt, als dasjenige, welches in mir für den alten Sure⸗ flint erwachte. Aber ich begriff vollkommen, daß ſich dieß in Hand⸗ lungen und nicht in Worten bethätigen mußte. Für den Augen⸗ blick begnügte ich mich, nach dem Brauche der Bleichgeſichter, die ſehnige Hand des Kriegers zu faſſen und zu drücken, und wir wanderten neben einander weiter, ohne des Gegenſtandes weiter

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