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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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Erſcheinung. Anders verhielt es ſich mit ihm, der ſich näherte; er konnte nichts davon ahnen, daß ich in der Nähe ſei; aber dennoch verrieth er durchaus keine innere Bewegung, als ſein kalter, nicht aus der Faſſung zu bringender Blick auf meine Geſtalt fiel. Feſten Schrittes vorſchreitend trat er in die Mitte des Weges; und da ich mich unwillkürlich umgewandt hatte, um meines Weges weiter zu wandern, da ich nicht wußte, ob es gerathen ſei, allein hier in der Gegend zu verweilen, ſchloß ſich der rothe Mann mit ſeinem, mit dem Mokaſin bekleideten Fuß hart an mich an, und ich fand, daß wir ſo ſeltſamer Weiſe, in derſelben Richtung, Seite an Seite, Beide unſerem Ziele zu ſchritten.

Der Indianer und ich ſchritten in dieſer Art, nur einen Schritt von einander, mitten in dieſem Wald zwei oder drei Minuten lang dahin, ohne zu ſprechen. Ich hütete mich, Etwas zu ſagen, weil ich gehört hatte, ein Indianer achte Diejenigen am meiſten, welche ihre Neugier am beſten zu beherrſchen wüßten; und wahrſcheinlich beherrſchte dieſe Denkweiſe auch meinen Begleiter. Endlich ſprach der rothe Mann in dem tiefen gutturalen Tone ſeines Volkes den gewöhnlichen, conventionellen Gruß des Gränzmannes aus:

Sa⸗a⸗go?

Dieß Wort, welches einmal einer indianiſchen Sprache ange⸗ hört hatte, gilt überall bei den Weißen für Indianiſch, und wahr⸗ ſcheinlich bei den Indianern für Engliſch. Eine Reihe von ſolchen Ausdrücken iſt zwiſchen den beiden Raſſen erwachſen, mit Einſchluß ſolcher Worte wieMokaſin,Pappooſe,Tomahawk,Squaw und mancher andern.Sa⸗a⸗go bedeutet:Wie geht es Euch?

Sa⸗a⸗go? antwortete ich auf meines Begleiters höfliche Begrüßung.

Darauf ſchritten wir wieder einige Minuten weiter, ohne daß der Eine oder der Andere ſprach. Ich benutzte die Gelegenheit, meinen rothen Bruder genau zu beſichtigen, eine Beſchäftigung, die um ſo leichter für mich war als er mich nicht ein einziges Mal