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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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ruhte, vermuthlich, bilde ich mir ein, in Folge der Erwähnung von Toms Schweſter.

Was weiß Priscilla Bayard von dieſes Kettenträgers Nichte? fragte meine geliebte Mutter, ſobald ſie merkte, daß ihr Blick meine Aufmerkſamkeit erregt hatte.

Sehr viel, wie es ſcheint, denn ſie ſagt mir, ſie ſeien ver⸗ traute Freundinnen; ſo vertraut, ſollte ich ſchließen nach der Miß Bayard Sprache und Weſen, als ſie ſelbſt und Kate ſind.

Das kann kaum ſein, erwiederte meine Mutter, leicht lächelnd,da dort der Hauptgrund der Freundſchaft fehlen muß. Und dann kann jene Dus doch kaum die Ebenbürtige von Priseilla Bayard ſein.

Man weiß ſo etwas nie, Mutter, bis man Gelegenheit ge⸗ habt hat, Vergleichungen anzuſtellen; doch ſagt Miß Bayard ſelbſt, Dus ſei ihr in vielen Stücken überlegen. Ich bin überzeugt, ihr Oheim iſt mir in vielen Stücken überlegen, im Meßkettentragen ganz beſonders.

Ja, aber ſchwerlich im Rang und Stand, Mordaunt.

Er war der älteſte Kapitän im Regiment.

Wahr, aber Revolutionen ſind Revolutionen. Was ich meine, iſt, daß Euer Kettenträger doch kaum ein Gentleman ſein kann.

Das iſt ein Punkt, der ſich nicht in einem Athem entſcheiden läßt. Ja oder nein! Der alte Andries iſt von achtbarer Familie, obwohl ziemlich vernachläſſigt in der Erziehung und Bildung. Leute, die weit unter ihm ſtehen der Geburt, den Lebensgewohnheiten, den allgemeinen Begriffen einer höhern Lebensſphäre nach, in den Staa⸗ ten von Neu⸗England, ſind ihm an Kenntniſſen ſehr überlegen. Dem ungeachtet glaube ich, während wir Alle zugeben müſſen, daß ein gewiſſer Grad von Erziehung und Bildung heutzutage ein noth⸗ wendiges Erforderniß zu einem Gentleman iſt, wird doch jeder Gentleman geſtehen, hunderte von uns haben Grade in der Taſche, mit geringen Anſprüchen, zu der Klaſſe gerechnet zu werden. Vor