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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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Fünftes Kapitel.

Beatrice. Der wäre ein vortrefflicher Mann, der gerade die Mitte hielte zwiſchen ihm und Benedick; der Eine iſt zu ſehr wie eine Bildſäule und ſagt gar Nichts; und der Andere zu ſehr meiner Lady älteſtem Sohne gleichend, plappert immer fort.

Viel Lärmen um Nichts.

An dem Tag, an welchem meine Schweſter und ich Satanstoe verließen, fand ein intereſſantes Geſpräch ſtatt zwiſchen meiner Groß⸗ mutter und mir, welches ich wohl erzählen darf. Es fand ſtatt in der Kühle des Morgens, ja ſogar vor dem Frühſtück, und ehe Eines von der übrigen Geſellſchaft ſich blicken ließ; Tom Bayard nämlich und ſeine Schweſter waren wieder herübergeritten, um bei unſerer Abreiſe gegenwärtig zu ſein, und hatten die Nacht hier zu⸗ gebracht. Meine Großmutter hatte mich gebeten, ſo frühe ſchon ſie zu treffen in einer Art von Piazza, welche in Folge von neuen Verbeſſerungen und Erweiterungen am einen Ende der alten Ge⸗ bäude angefügt worden, und wo wir uns Beide mit der größten Pünktlichkeit einfanden. Aus einer gewiſſen bedeutungsvollen Miene meiner guten Großmutter errieth ich, daß ſie wichtige Sachen auf dem Herzen hatte, und ich nahm auf dem Stuhl, den ſie mir hin⸗ geſtellt, mit einiger Neugier Platz, zu erfahren was nun folgen würde. Die Seſſel ſtanden neben einander, oder doch beinahe, je⸗ doch in verſchiedener Richtung, und ſo nahe aneinander, daß beim Sitzen beinahe die Geſichter ſich berührten. Meine Großmutter hatte ihre Brille auf, und durch dieſe ſchaute ſie mich ernſt und nachdenklich an, indem ſie die Locken auf meiner Stirne ſchlichtete, wie ſie mir als Knaben zu thun gewohnt geweſen. Ich ſah hinter den Gläſern Thränen herunterrollen, und ich beſorgte, etwas ge⸗ ſagt oder gethan zu haben, wodurch ich das Gemüth dieſer treff⸗ lichen und nachſichtigen Frau verletzt hätte.