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Ich hatte gehört, daß meine Großmutter die Heirath meiner Eltern ſchon ein oder ein paar Jahre, ehe die Sache ſich machte, als lebhaften Wunſch im Herzen gehegt hatte, und daß ſie ſich immer einbildete, ſehr weſentlich beigetragen zu haben zum Zu⸗ ſtandekommen einer Verbindung, die ſo glücklich geweſen, wie ihre eigene. Die Erinnerung an dieſen Erfolg, oder die Einbildung deſſelben, ermuthigte ſie wahrſcheinlich, auch an dem gegenwär⸗ tigen Anſchlag Theil zu nehmen; und ich bin immer der Meinung geweſen, daß ſie uns Alle bei dieſer Gelegenheit zuſammen brachte, um das große Projekt weiter zu fördern.
In der Kühle des Abends wurde ein Spaziergang auf dem Landhals vorgeſchlagen, denn Satanstoe hatte manchen reizenden Pfad, hübſche Durchſichten und weite Ausſichten. So machten denn wir Vier uns auf den Weg, Kate voran, als die mit der Gelegen⸗ heit des Ortes Vertrauteſte. Wir befanden uns bald am Strande des Sundes und an einem Punkte, wo das zurücktretende Waſſer eine feſte, weite Sanddüne zurückgelaſſen hatte; die innere Gränze gegen das Feſtland bildete ein Saum von Felſen. Hier konnte man ohne allen Zwang luſtwandeln, denn es war Raum genug, Paarweiſe oder alle Vier neben einander zu gehen, wie wir Luſt hatten. Da Miß Bayard etwas ſchüchtern ſchien, und man an ihr das Beſtreben bemerkte, ſich immer in der Nähe ihrer Freundin zu halten, gab ich die Abſicht auf, an ihrer Seite zu gehen, blieb ein wenig zurück, und knüpfte ein Geſpräch mit ihrem
Bruder an. Auch war es mir nicht leid, ſo bald Gelegenheit zu
finden, einen Mann etwas genauer zu prüfen, der aller Wahr⸗ ſcheinlichkeit nach in ein ſo nahes Verhältniß zu mir treten ſollte. Nach wenigen Minuten lenkte ſich das Geſpräch auf die jüngſt durchgeführte Revolution und auf die Art und Weiſe, wie ſie auf das künftige Schickſal des Landes einwirken werde. Ich wußte, daß ein Theil der Familie meines Begleiters der Krone ange⸗ hangen und durch die Konfiskationsakte ihre Güter verloren hatte;


