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habeſt, die zwei Familien auf eine andere Weiſe zu verbinden, als dadurch, daß du ihm deine Hand reicheſt.“
Kate lachte; aber da ſie nicht ſehr verwirrt und gar nicht un⸗ ruhig ſchien, veranlaßte mich dieß zu glauben, es ſei dem Mr. Tom doch wohl eine bedeutendere Aufmunterung zu Theil gewor⸗ den, als ihr Wunſch, mich mit der Schweſter ihres Anbeters ver⸗ mählt zu ſehen, enthielt, und mein etwaiges Mißfallen an dem genannten Gentleman würde ihr mehr Kummer verurſachen, als ſie geſtehen mochte. Wir ritten jedoch eine Strecke weiter, ohne daß Eines von uns einen Verſuch machte, das Geſpräch wieder anzu⸗ knüpfen. Endlich ſprach ich, wie es meinem Geſchlecht zuſtand.
„Wann ſoll ich dieß Muſterbild von einem jungen Mann und dies Muſterbild von einem jungen Frauenzimmer zu ſehen be⸗ kommen, Kate, wenn ich doch Beide ſehen ſoll?“
„Kein Muſterbild von einem jungen Mann, Bruder, gewiß habe ich ihm doch keinen ſolchen Namen gegeben! Tom Bayard iſt ein guter Junge; aber ich wüßte nicht, daß er irgend wie ein Muſterbild und Ideal wäre.“
„Er iſt überdies auch ein gutausſehender Junge, das ſehe ich als ausgemacht an?“
„Nicht in dem Maaße wie du, wenn das deiner Eitelkeit ſchmeichelt.“
„Das muß es wohl, aus einem ſolchem Munde. Aber meine Frage iſt doch noch nicht beantwortet.“
„Dir die Wahrheit zu geſtehen, Mordaunt, ich erwarte, daß wir Tom Bayard und Pris zu Satanstoe treffen und daß ſie bei unſerer Großmutter zu Mittag eſſen werden. Sie ſchrieb mir vor ein paar Tagen, Beide ſeien eingeladen, und ſie hoffe, Beide würden es annehmen.“
„Alſo iſt die alte Lady auch im Komplott und beabſichtigt mich zu verheirathen, ich mag wollen oder nicht! Ich hatte dieſen Beſuch ganz für einen Einfall von mir ſelbſt gehalten!“


