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„Nein, ſo weit iſt es noch nicht, Bruder. Mr. Bayard hat ſeinen Antrag gemacht, und ich habe meine Antwort verſchoben, bis du ihn erſt kennen gelernt hätteſt. Ich möchte meine Hand nicht verſagen, Mordaunt, bevor du meine Wahl gebilligt.“
„Ich fühle das Kompliment, Katrinke, und werde es gewiß in entſprechender Weiſe erwiedern. Verlaß dich darauf, du ſollſt es zu rechter Zeit erfahren, wenn ich im Sinne habe zu heirathen, und ſollſt darüber gehört werden.“
„Es iſt ein Unterſchied zwiſchen den Anſprüchen und Rechten eines ältern und einzigen Bruders und denen eines jungen Mäd⸗ chens, das, wenn es ſeine Wahl trifft, auf den Rath von Freunden viel geben, ihnen viel Vertrauen ſchenken ſoll.“
„Du wirſt nicht mehr blos ein junges Mädchen ſein, wenn dieſe Zeit kommt, ſondern ſelbſt eine verheirathete Frau, befugt und im Stande, aus eigener Erfahrung Rath zu geben. Um jedoch auf Tom zurückzukommen; er iſt dasjenige Mitglied der Familie, gegen welches die erwähnte Andeutung ausgeſprochen wurde?“
„Ja, er war es, Mordaunt,“ antwortete Kate mit leiſer Stimme.
„Und du wareſt es, die jene Andeutung fallen ließ?“
„Ganz recht— wir ſprachen eines Tages von dir; und ich drückte meine lebhafte Hoffnung aus, du werdeſt Priscilla mit eben den Augen anſehen, wie, das verſichere ich dich, unſere ganze übrige Familie; das war Alles.“
„Und das war gerade genug, Kind, um Tom Bayard dazu zu bringen, ſich zu erhängen, falls er ein Liebender vom ächten Schrot und Korn iſt.“
„Sich zu erhängen, Bruder! Wahrhaftig, ich verſtehe nicht, warum?“.
„Ha, einfach, wegen der handgreiflichen Entmuthigung, welche ein ſolcher Wunſch ganz natürlicher Weiſe in ſich ſchließt für den Bruder der jungen Dame, da er doch ſehen mußte, daß du Luſt
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