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Geſichtsſinnes die Wahrheit erfahren zu können. Wie angſtvoll, eiferſüchtig, mißtrauiſch und doch ſo flebend war dieſer Blick!
„Wird er gemartert werden?“ flüſterte ſie mehr in dumpfhei⸗ ſerem Tone, als daß ſie laut fragte.
„Ich hoffe, zu Gottes Barmherzigkeit, nicht. Sie haben auch meinen Sklaven Jaap gefangen; und es iſt weit wahrſcheinlicher, daß in einem ſolchen Fall er das Opfer werden würde, als Mr. Ten Eyck.“
„Warum nennt Ihr ihn Mr. Ten Eyck? Ihr habt ihn neuer⸗ lich immer Guert genannt— Ihr ſeyd ſein Freund— Ihr denkt gut von ihm— Ihr könnt nicht weniger ſein Freund ſeyn jetzt, wo er elend iſt, als da er glücklich, und in ſeiner Kraft und männlicher Schönheit die ſtolze Luſt aller menſchlichen Augen war!“
„Theure Miß Wallace, faßt Euch, ich bitte Euch— Niemand kann treuer an Guert halten als ich.“
„Ja, das habe ich immer gedacht— immer gefühlt. Guert kann nicht gemein, nicht niedrig in ſeinen Geſinnungen ſeyn, ſo lange ein gebildeter Gentleman, wie Corny Littlepage, ſein Freund iſt. Ich habe an meine Tante geſchrieben, und wir müſſen nicht zu haſtig ſeyn in unſern Urtheilen. Der wilde Geiſt und die Thorhei⸗ ten der Jugend werden bald vorüber ſeyn, und dann werden wir an Guert Ten Eyck einen glänzenden Charakter finden. Iſt es nicht wahr, Anneke?“
Anneke kniete neben ihrer Freundin, ſchloß ſie in ihre Arme, zog das bebende Haupt an ihren mitfühlenden Buſen, und hielt ſie ſo einen Augenblick in der ergreifendſten Haltung der ſchützenden, tröſtenden Liebe. Nach einer kleinen Pauſe brach Mary Wallace in Thränen aus, und ich habe immer geglaubt, daß dieſe Erleichterung, unter Gottes gnädiger Fügung, ihren Verſtand gerettet habe. Nach wenigen Minuten wurde die Leidende ruhiger, wo ſie denn, wie ihre Gewohnheit war, ſich in ſich ſelbſt zurückzog, und Anneke'n und mir die weitere Erörterung des Cegenſtandes überließ.


