630
nehmen. Paul erröthete, verbeugte ſich und trat bei Seite, um den engliſchen Offizier zuerſt in ſein Boot ſteigen zu laſſen.
„Apparemment ce capitaine anglais est un peu sans fa- gon.— Voilà qui est poli!“ flüſterte Mademoiſelle Vieſpille.
„Die Befehlshaber von Kriegsſchiffen ſind kleine Könige,“ be⸗ merkte Mr. Effingham, dem die Sache gleichfalls aufgefallen war, mit Ruhe.
Das Gig war bald von dem Schiff los und die beiden Gent⸗ lemen wiederholten gegen die auf dem Deck ihre Abſchiedsbegrüßun⸗ gen. Fünf Minuten ſpäter waren ſie an Bord der Korvette an⸗ gelangt und das Boot wieder aufs Halbdeck gehißt.
Die Schiffe fuhren nun weiter. Die Korvette zog ein Segel um's andere auf, bis ſie zuletzt unter einer Wolke von Tuch ſtand, und ſteuerte mit oben und unten geſetzten Prallſegeln gen Oſten, während der Montauk ſeinerſeits die Raaen ins Geviert legte und nach dem Hook hinunterlief. Der Lootſe der Korvette war an Bord des Paketſchiffs geſchickt worden, und da der Wind gleich blieb, ſo hatte letzteres gegen eilf Uhr die Barre hinter ſich ge⸗ bracht. In dieſem Augenblick nahm ſich das Foam auf der Mee⸗ resfläche nur noch wie ein kleiner ſchwarzer Fleck aus, über dem ein pyramidenförmiges Wölkchen zu ſchweben ſchien.
„Ihr wart nicht auf dem Deck, John, um von unſerem jun⸗ gen Freunde Powis Abſchied zu nehmen,“ ſagte Mr. Effingham vorwurfsvoll.
„Ich mochte einer ſo außerordentlichen Förmlichkeit nicht mit anwohnen, obſchon ich vielleicht beſſer gethan hätte, wenn ich aufs Deck gekommen wäre.“
„Warum beſſer, Vetter Jack?“
„Aus dem einfachen Grunde, weil der arme Monday meiner Obhut gewiſſe Papiere vertraut hat, die vielleicht für irgend Je⸗ mand von Wichtigkeit ſind. Ich übergab ſie Mr. Powis, um ſie mit ihm unterſuchen zu können, ſobald wir in New⸗York angelangt
——


