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Mr. Hardinge ließ jetzt ſeine Einwürfe laut werden— aber umſonſt; denn ich ſah deutlich, daß Drewett höchſt aufgeregt war und ſich bereits zu ſeinem Gange anſchickte. Dieſe Anzeichen waren jetzt ſo offenbar, daß wir uns Alle in Vorſtellungen ver⸗ einigten und Lucy flehend zu mir ſagte:
„Dulde nicht, Miles, daß er ſich von der Stelle rührt; ich habe ihn ſagen hören, er könne nicht ſchwimmen.“
Es war zu ſpät. Stolz, gekränkte Eitelkeit, Eigenſinn, Liebe oder was man weiter will— machten den jungen Mann taub für unſere Bitten und ſo ließ er die Topenant, ſeinen einzigen Schutz, fahren und ſetzte ſich ſofort in Bewegung.
Ich erkannte alsbald, ſo wie er ſeine Handhabe losließ, daß er den Maſt niemals erreichen würde und traf demgemäß meine Anordnungen. Ich rief Marble, mir beim Luſfen beizuſtehen; aber eben als die Worte über meine Lippen kamen, hörten wir einen Plump in's Waſſer, der uns die ganze Geſchichte erzählte.
Der erſte Blick auf des armen Drewetts wahnſinniges Umſich⸗ ſchlagen ſagte mir, daß Lucy Recht gehabt hatte und Drewett nicht ſchwimmen konnte. Ich ſelbſt trug leichte Tracht, Jacke und Matroſenbeinkleider, und mich auf die Regeling ſchwingend, ſprang ich dem ertrinkenden jungen Manne in dem Augenblicke zu Hülfe, da er eben am Unterſinken war.
Da ich wußte, daß er wieder auftauchen würde, ſo wartete ich eine Weile und bekam auch alsbald auf Armlänge ſein Haar zu Geſicht; ich faßte es ſo, daß er mit dem Geſichte nach oben und auf den Rücken zu liegen kam.
In dieſem Augenblicke glitt die Schaluppe vor uns weg, denn Marble hatte das Steuer des Beidrehens halber augenblicklich hart
niedergeſtellt. Wie ich ſpäter erfuhr, hatten auch die Albonny⸗
männer, ſo wie ſie den Stand der Sache begriffen, unverzüglich nachgegeben und waren dem Beiſpiele des Wallingford gefolgt. Mir ſelbſt blieb keine Zeit zur Ueberlegung. Sobald ich Dre⸗
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