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„Gewiß, Sir. Brauchen blos auf der Spieren hinauslaufen und es ſo reinbringen und Miß Lucy geben; ſie mächtig auf jenes dünne Schachtel verſeſſen, Maſſer Mile, wie ich hundert Mal und wohl mehr geſehen.“
„Gut, Junge, ſo laufe hinaus und bringe ſie herein; ſchau aber auf Deine Füße, Neb!“
Mehr bedurfte es bei dieſem nicht. Seine Füße waren ſo ziemlich wie die der Waſſervögel geſtaltet, nur mit dem weſentlichen Unterſchiede, daß kein kleiner Theil ſeines Pedals hinter die Per⸗ pendikellinie der Ferſenflechſe verlegt war, ſo daß er, da er vollends keine Schuhe trug, eine kleine Spiere beinahe ganz umfaſſen konnte. Wie oft hatte ich ihn ſchon beim heftigſten Stampfen des Schiffes auf der Marsraa hinauslaufen und die Topenant einfangen ſehen! Nach dieſem war es jetzt eine wahre Kleinigkeit, auf einer Spiere ſo lang, wie des Wallingfords Hauptraa, daſſelbe Manöver aus⸗ zuführen.
Ein ziemlich vernehmliches Gekreiſch von Chloe war das erſte Zeichen, das mich von der erſten Bewegung des Negers benachrichtigte. Als ich aufwärts ſchaute, ſah ich ihn trotz Drewett's lauten Vor⸗ ſtellungen und Erklärungen, daß er keines Beiſtandes bedürfe— mit feſtem Schritte auf der Spiere hinſtolziren, bis er die Stelle er⸗ reichte, wo der junge Herr ſich an das Topenant feſthielt, während des Letzteren Beine ein weit ſtärkeres Zittern verriethen, als ihm wohl lieb ſeyn mochte. Neb grinste ihn nun an, mit der liebens⸗ würdigſten Miene, die ihm zu Gebote ſtand, ſtreckte ſeine Hand aus und enthüllte ſofort die Abſicht ſeines Beſuchs.
„Maſſer Mile denken, der Gentleum beſſer geben mir Miß Lucy's Schachtel,“ ſagte Neb ſo hoͤflich, als er nur konnte.
Ich glaube wahrlich, Drewett hätte Neb küſſen koöͤnnen, ſo froh war er, dieſe kleine Hülfe zu erhalten. Das Etui wurde ohne die leiſeſte Einwendung übergeben und von Neb mit einer Ver⸗ beugung empfangen, worauf der Neger wieder ſo kaltblütig her⸗


