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ungewoͤhnlich ſtarken Einfluß und ich fürchte, weder Deine noch Anderer Geſellſchaft hätte dieſe Gefahr von ihr abwenden können. Doch dürfen wir noch nicht verzweifeln. Gefahr iſt da— das iſt das rechte Wort; allein mit unſerer Zärtlichkeit, mit der emſigſten Pflege, bei gutem Rath und Allem, was wir Beide zur Hülfe aufzu⸗ bieten vermögen, muß uns immer noch Hoffnung bleiben. Da jetzt ein geſchickter Arzt hier iſt, müſſen wir gegen ihn offen handeln und ihn Alles wiſſen laſſen.“
„Eben hierüber wollte ich dich um Rath fragen— ich moͤchte ſo ungerne Grace's heiligſte Gefühle blosſtellen!“
„O, man braucht ſicher nicht ſo weit zu gehen,“ verſetzte Lucy mit raſcher Empfindlichkeit;„etwas— viel— muß der Ver⸗ muthung überlaſſen bleiben. Aber Dr. Poſt muß wiſſen, daß das Gemüth dem Uebel zu Grunde liegt; ich fürchte nur, junge Damen können ſelten das Vorhandenſeyn eines ſolchen Leidens zugeben, ohne daß man es einer Schwäche dieſer Art zuſchreibt.“
„Das kommt von der Ueberzeugung, Lucy, daß euer Geſchlecht ſo viel Herz beſitzt— eure Erxiſtenz ſogar iſt ja an Andere geknüpft.“
„Grace beſitzt eine ungewöhnliche Tiefe der Empfindung— doch wollen wir für jetzt nicht weiter hievon ſprechen, Miles. Ich weiß kaum, wie ich von meines Bruders Angelegenheit reden ſoll und Du mußt mir Zeit zum Nachdenken vergönnen. Da wir jetzt wieder zu Clawbonny ſind, können wir einander nicht mehr lange fremd bleiben.“
Sie ſprach dieſe Worte mit ſo ſüßem Ausdruck, daß ich hätte niederknien und ihre Schuhbänder küſſen mögen— und doch war ſte dabei ſo einfach, daß ein Mißverſtehen unmöglich war. Jedenfalls dienten dieſe Worte dazu, dem Geſpräch eine andere Wendung zu geben, und wir ſprachen den übrigen Theil des Weges von der Vergangenheit.
Lucy erzählte den Tod ihrer Muhme mit verſchiedenen klei⸗ nen Nebenumſtänden, zum Beweis, wie lieb Mrs. Bradfort ſie


