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gewonnen hatte und welch' gute Frau ſie geweſen— des Teſtaments ward aber mit keiner Sylbe erwähnt. Ich mußte dagegen den Be⸗ richt meiner letzten Reiſe vollenden, da ich ſie im Theater nicht völlig abgeſchloſſen hatte. Als Lucy vernahm, der rauhe Seemann, der in der Schaluppe mit heraufgekommen, ſey Marble, zeigte ſie großes Intereſſe für ihn und erklärte: wenn ſie dies während der Herfahrt gewußt hätte, würde ſie ſich ihm ſelbſt vorgeſtellt haben.
Dieſe ganze Zeit über ward Ruprecht's Name unter uns nicht ausgeſprochen und ich erreichte das Haus mit dem Bewußt⸗ ſeyn, daß in dem Herzen meiner Gefährtin wieder etwas von dem Intereſſe erwacht war, das ſie früher für mich beſeſſen hatte— wenigſtens zeigte ſie ſich, wie immer, als meine feſte und ver⸗ trauensvolle Freundin.
Chloe kam Lucy an der Thüre mit der Meldung entgegen, Miß Grace wünſche Miß Lucy allein zu ſprechen. Ich fürchtete dieſe Unterredung und hätte es gerne ſo eingerichtet, daß ich zuge⸗ gen geweſen wäre: aber Lucy bat mich ihr zu vertrauen und ich fühlte mich verbunden, ihrem Wunſche zu entſprechen.
Während das theure Mädchen auf meiner Schweſter Zimmer verweilte, ſuchte ich den Arzt auf, mit dem ich eine kurze, aber ſehr förderliche Konferenz hielt. Ich erzählte ihm, wie lange Grace allein geweſen war, ließ ihn wiſſen, daß Kummer an ihrem Leben zehre und gab ihm zu verſtehen, daß ein Seelenleiden der Grund von meiner Schweſter Krankheit ſey.
Poſt war ein kühler, ſcharfblickender Mann und wagte keine Bemerkung, ehe er ſeine Patientin geſehen hatte: dagegen konnte ich aus dem feſten Blick, mit dem ſich ſein durchbohrendes Auge auf das meine heftete, recht wohl entnehmen, daß Alles, was ich geſagt hatte, bei ihm nicht verloren gegangen war.
Es dauerte länger als eine Stunde, bis Lucy wieder erſchien. Ich erkannte auf den erſten Blick, daß ſie furchtbar bewegt ge⸗ weſen und durch die Lage, in welcher ſie Grace antraf, grauſam
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