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Vorkenntniſſe beſaß, wurden wir in wenigen Wochen fertig; dann ging's hinter die Trigonometrie mit Einſchiebung der anwendbarſten geometriſchen Sätze. So weit war ich gekommen, als der Tod meiner Mutter unſere Familie heimſuchte.
Was mich betrifft, ſo will ich nur freimüthig geſtehen, daß ich gegen das Studiren eine ſtarke Abneigung hegte. Man konnte mich zwax zwingen, der Jurisprudenz obzuliegen: ſie aber auch praktiziren— nein, das wollt' ich nicht, dazu war ich feſt ent⸗ ſchloſſen. Ich hatte eine kleine Ader von Hartnäckigkeit in meinem Weſen, welche mich, ſelbſt wenn meine Mutter am Leben geblieben wäre, in einem ſolchen Entſchluſſe wahrſcheinlich beſtärkt hätte, ob⸗ gleich ich, ihren Wünſchen zulieb, es gewiß am Ende bis zum Praktiziren getrieben haben möchte. Sogar noch jetzt, da ſie verblichen war, hätte ich gar zu gerne gewußt, ob ſie eine Weiſung, einen Wunſch in dieſem Punkte geäußert habe, welche ich Beide als Geſetz heilig gehalten hätte. Ich ſprach darüber mit Ruprecht und fühlte mich durch den Leichtſinn, mit dem er die Sache behandelte, recht un⸗ angenehm berührt.
„Muß es Deinen Eltern jetzt nicht ganz einerlei ſeyn,“ aͤußerte er, das ‚jetzte mit einem Nachdrucke betonend, der mir die Nerven angriff—„ob Du Advokat, Kaufmann oder Doktor wirſt oder ob Du hier auf Deinem Gute bleibſt und, wie Dein Vater, dem Land⸗ bau obliegſt?“
„Mein Vater iſt Seemann geweſen,“ gab ich blitzſchnell zur Antwort.
„Das iſt wahr— ein edler, männlicher Beruf, ganz eines Gentleman würdig. Ich habe noch nie einen Seemann geſehen, den ich nicht um dieſen Vorzug beneidet hätte⸗ Denk nur, Miles, von uns Beiden iſt noch keiner in der Stadt geweſen, während Deiner Mutter oder vielmehr Deine eigenen Bootsleute regelmäßig einmal in der Woche dahin gehen? Ich wollte die Welt darum geben, wenn ich ein Seemann werden könnte.“


