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Der Bravo : eine venetianische Geschichte / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von G. Friedenberg
Entstehung
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Höret ſie, Männer der Lagunen! ſagte er,ſie ſpricht heilige Wahrheit.

Dieſer ehrwürdige fromme Moͤnch und der Himmel ſind meine Zeugen. Wenn Ihr Carlo beſſer kennen und ſeine Geſchichte ge⸗ hört haben werdet, dann werdet Ihr von ſelbſt ſchreien, daß man ihn losgebe. Ich ſage Euch dies, damit, wenn der Doge dort am Fenſter das Zeichen der Begnadigung giebt, Ihr nicht ärgerlich werdet und glaubt, Eurem Stande geſchehe Unrecht. Der arme Carlo

Das Mädchen raſt! unterbrachen ſie die mürriſchen Fiſcher Hier iſt kein Carlo, ſondern ein öffentlicher Bravo, Jacopo Frontoni.

Gelſomina lächelte, in der Sicherheit ihrer Unſchuld und fuhr fort, ſobald ſie wieder zu Athem kam, doch die heftige Aufregung ſtörte noch ihre Rede.

Carlo oder Jacopo Jacopo oder Carlo es kommt darauf wenig an. 2

Hal ein Zeichen vom Palaſt! rief der Karmeliter laut, und ſtreckte beide Arme dorthin aus, als wollte er ein Gnadengeſchenk hinnehmen. In demſelben Augenblick tönten die Trompeten und von Neuem wallte die Menge durcheinander. Gelſomina ſtieß ein Freuden⸗ geſchrei aus und wendete ſich ſchnell, um ſich an die Bruſt des Ge⸗ retteten zu werfen, da blitzte die Axt vor ihren Augen nieder und Jacopo's Kopf rollte auf dem Pflaſter dahin, als ſuchte er ſie. Eine allgemeine Bewegung unter der Menge verrieth, daß alles vorbei ſey.

Die Dalmatier ſchwenkten in Kolonnen. Die Sbirren drängten das Volk bei Seite, um heimzugelangen; Waſſer aus der Bucht wurde auf die Flieſen gegoſſen, die blutigen Sägeſpäne wurden zu⸗ ſammengerafft, und Kopf und Rumpf, Block, Tragekorb, Beil und Scharfrichter verſchwanden. Der Haufe des Volks ging um den verhängnißvollen Fleck herum.

Während dieſes fürchterlichen Augenblickes ſtanden Vater An⸗