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Der Bravo : eine venetianische Geschichte / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von G. Friedenberg
Entstehung
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konnte offenbar noch immer nicht an die wirkliche Vollſtreckung des Urtheils glauben. G

Haſt Du Hoffnung, Jacopo? fragte er.

Karmeliter, auf meinen Gott!

Sie können dies Unrecht nicht begehen! Ich war des Antonio Beichtiger ich war Zeuge von ſeinem Tode, und das weiß der Fürſt!

Was iſt ein Fürſt und ſeine Gerechtigkeit, wo die Selbſtſucht einiger Wenigen regiert. Vater, Du biſt ein Neuling im Dienſte des Senates.

Ich vermeſſe mich freilich nicht vorauszuſetzen, daß Gott die Thäter dieſer That niederdonnern wird, denn die Geheimniſſe ſeiner Weisheit ſind unerforſchlich. Dies Leben und alles, was dieſe Welt bieten kann, iſt nur ein Punkt vor ſeinem allumfaſſenden Auge, und was uns als Uebel erſcheint, mag des Guten voll ſeyn. Haſt Du Glauben an Deinen Erköſer, Jacopo?

Der Gefangne legte ſeine Hand auf das Herz und lächelte mit der ſtillen Zuverſicht, welche nur Denen innewohnt, die ſolchen Troſt haben.

Wir wollen noch einmal beten, Sohn!

Der Karmeliter und Jacopo knieten neben einander, und der Letztere beugte ſeinen Kopf dem Blocke zu, während der Mönch ſchließlich die göttliche Gnade für ihn erflehete. Der Karmeliter ſtand auf, als der andere noch betend dalag. Der Möoͤnch war ſo voll von heiligen Gedanken, daß er, ſeines früheren Wunſches ver⸗ geſſend, jetzt faſt mit Zufriedenheit daran dachte, wie der Gefangne nunmehr in den Genuß der Seligkeit eingehen ſollte, deren Hoffnung ihn ſelbſt ſo freudig erhob. Der Offizier und der Scharfrichter traten näher; Erſterer ſtieß Bater Anſelmo an, und deutete auf die entfernte Uhr.

Der Augenblick iſt da, ſprach er, mehr aus Gewohnheit, als aus Schonung für den Gefangnen, flüſternd.

Inſtinetmäßig wendete der Karmeliter ſein Auge nach dem Pa⸗ laſte, in der plötzlichen Aufregung nur ſeines Begriffs von irviſcher