allen Anderen gab. Durch dies ruhige ſtille Verfahren gelangte. der Karmeliter mit ſeiner Gefährtin bis in das Vorzimmer des Fürſten, welches Tauſende durch weit künſtlichere Mittel zu erreichen „ vergeblich ſich bemühet hatten. Nur zwei oder drei niedere Beamte vom Hauſe hielten ſchläfrig 1 Wache. Einer ſtand jedoch ſchnell auf, als er die unbekannten Gäſte ſo unerwartet hereintreten ſah und drückte durch das Ueberraſchte und Verwirrte ſeines Blickes ſein Erſtaunen über den ungeahnten . 4 Beſuch aus. „Seine Hoheit erwartet uns wohl ſchon?“ fragte Vater Anſelmo ganz einfach, und zwang ſeine bekümmerte Miene zu einem
⸗ Blicke voll ergebener Höflichkeit.. „Santa Maria, heiliger Vater, das müßt Ihr am beſten
8 wiſſen, aber—
.„So wollen wir denn die Zeit nicht mit müßigen Worten 1 verlieren, mein Sohn, da wir ſchon zu lange gezögert haben—
2 führe uns in das Gemach ſeiner Hoheit.“
1„Wir dürfen Niemanden ungemeldet vor—
-„Du ſiehſt, dieß iſt kein gewöhnlicher Beſuch.— Geh, ſage
r dem Dogen, daß der Karmelitermönch, welchen er erwartet, und
n
das junge Mädchen, an welchem ſein fürſtliches Herz einen ſo 5 väterlichen Antheil nimmt, ſeine Befeble erwarten.“ r„Alſo hat ſeine Hoheit befoh...⸗ „Sage ihm ferner, daß die Noth dringend iſt, denn die Stunde 4 ſteht nahe bevor, in welcher die Unſchuld leiden ſoll.“ Der Diener ließ ſich durch den Ernſt und die Zuverſicht des d Möͤnches täuſchen. Erſt beſann er ſich noch, dann warf er eine Thür auf, und führte die Gäſte in ein inneres Zimmer, wo er ſie bat, ſeine Rückkehr zu erwarten. Demnächſt begab er ſich in das Kabinet ſeines Herrn, um ſeinen Auftrag auszurichten. h Es ward ſchon angeführt, daß der regierende Herr, wenn r anders dieſer Titel einem Fürſten beigelegt werden kann, der nur


