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ihn an, wie das weinende Kind den zärtlich ernſten Blick der Mutter erwiedert. Dieß Lächeln wirkte ſo mächtig auf Jacopo, daß von dem Beben ſeines kräftigen Körpers der verwunderte Karmeliter die Ketten raſſeln hörte.
„Genng,“ ſagte er, und ſuchte Faſſung zu erzwingen.„Gelſo⸗ mina, Du ſollſt meine Beichte hören. Du haſt ſo lange das eine große Geheimniß beſeſſen— es ſoll Dir auch kein anderes ver⸗ borgen bleiben.“ 8
„Antonio!“ ächzte das Mädchen.—„Carlo, Carlo! was hatte jener alte Fiſcher Dir gethan, daß Du ihm nach dem Leben ſtandeſt?“
„Antonio?“ wiederholte der Mönch,„hat man Dir ſeinen Tod zur Laſt gelegt?“
5„Um dieſes Verbrechens willen bin ich zum Tode vernrtheilt.“
Der Karmeliter ſank auf den Stuhl des Gefangenen und ſaß ohne Regung, den Blick mit Entſetzen von dem Geſichte des bewe⸗ gungsloſen Jacopo zur zitternden Gelſomina lenkend. Die Wahrheit fing an zu tagen in ſeiner Seele, vobgleich ſie ſich noch nicht ganz aus dem venetianiſchen Truggewebe herauszuwinden vermochte.
„Hier herrſcht ein fürchterlicher Irrthum,“ ſagte er leiſe.„Ich will zu Deinen Richtern eilen, ſie zu enttäuſchen!“
Der Gefangene lächelte ruhig und ſtreckte die Hand aus, um der Haſtigkeit des einfachen Karmeliters Einhalt zu thun.
„Es wird nichts helfen,“ ſagte er.„Die Dreie belieben einmal, mich für den Tod des alten Antonio büßen zu laſſen.“
„So wirſt Du ungerechter Weiſe ſterben: Ich war Zeuge, daß er durch andre Hände fiel.“
„Vater!“ ſchrie Gelſomina.„O, wiedechol dies Wort— ſage, daß Carlo dieſe grauſame That nicht kann gethan haben!“ „An dieſem Morde wenigſtens iſt er unſchuldig.“.
„Gelſomina,“ ſagte Jacopo, und verſuchte, ſeine Arme nach ihr auszuſtrecken, indem ſein volles Herz überſtrömte,„und dn jedem
anderen auch.“


