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Der Bravo : eine venetianische Geschichte / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von G. Friedenberg
Entstehung
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Ein wilder Schrei des Entzückens von den Lippen des Mädchens, und im nächſten Augenblick lag ſie beſinnungslos an ſeiner Bruſt.

Wir ziehen den Schleier über die Scene, welche nun folgte. Faſt eine Stunde laſſen wir vorübergehn, ehe wir den Leſer wieder in die Zelle führen; dort bietet ſich jetzt dem Auge eine Gruppe dar, in welcher das matte Licht der Lampe die Geſichter durch ſtarke Farben und tiefe Schatten mit aller Kraft italieniſchen Ausdrucks markirt.

Der Karmeliter ſaß auf dem Stuhle, und vor ihm knieten Jacopo und Gelſomina. Jacopo ſprach angelegentlich, während ſeine Zuhöͤrer jede Sylbe haſchten, die von ſeinen Lippen kam, mehr aus Freude an ſeiner Unſchuld als aus Neugier.

Ich habe Euch erzählt, Vater, fuhr der Gefangne fort,

wie eine falſche Anklage, daß mein Vater die Zollgeſetze übertreten habe, dieſem unglücklichen Mann den Unwillen des Senates zuzog, weshalb man ihn viele Jahre lang in einem dieſer verfluchten Löcher unſchuldig eingeſperrt hielt, während wir ihn auf die Inſeln ver⸗ bannt glaubten. Endlich gelang es uns, dem Rathe Beweiſe vor⸗ zulegen, welche hinreichend waren, die Patricier ihrer Ungerechtig⸗ keit zu überführen. Ich fürchte, daß Diejenigen, welche annehmen, die Gewalt auf dieſer Erde werden von Auserwählten geübt, wenig ge⸗ neigt ſeyn mögen, deren Fehlbarkeit zuzugeben, weil dies den Irr⸗ thum ihrer Annahme beweiſen müßte. Der Rath ſchob es lange auf, uns Gerechtigkeit zu gewähren ſo lange, daß meine arme Mutter endlich ihren Leiden erlag. Meine Schweſter, ein Mädchen

in Gelſomina's Jahren, folgte ihr bald nach denn die Regierung

gab, zum Beweiſe gedrängt, keinen andern Grund an, als den Ver⸗ dacht, daß der Gelieble meiner Schweſter des Verbrechens ſchuldig ſeyn möchte, um welches mein Vater verſchmachtete.

Und haben ſie ſich geweigert, ihre Ungerechtigkeit wieder gut zu machen? rief der Karmeliter.

Sie konnten es nicht, Vater, ohne öffentlich den Ruf ihrer unfehlbarkeit zu gefaͤhrden. Das Anſehn einiger Vornehmen von Adel

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