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haſt, ſein betruͤgliches Handeln zu verdammen, kannſt nicht wün⸗ ſchen, ſeine einzelnen Thaten mit anzuhören.“
„Nein— nein— nein!“ ſprach Gelſomina leiſe, indem ſie den Worten durch wilde Handbewegung einen fürchterlichen Nach⸗ druck gab. 4
„Es wird beſſer ſeyn, Vater, daß ſie mich für das abſcheu⸗ lichſte Ungeheuer halte, welches ihre Phantaſie nur erſinnen kann,“ ſagte Jacopo mit faſt erſtickender Stimme.„So wird ſie ſich gewöhnen, mein Andenken zu haſſen.“
Gelſomina erwiederte nichts, aber ſie wiederholte ihr vernei⸗ nendes Zeichen mit der Geberde des Wahnſinns.
„Das Herz des armen Kindes iſt gar ſchmerzlich berührt,“ ſagte der Karmeliter theilnehmend.„Wir müſſen eine ſo zarte Blume ſchonend behandeln. Höre mich an, meine Tochter, und laß Deine Vernunft über Deine Schwachheit Herrin werden.“
„Fragen Sie ſie nicht, Vater! Laſſen Sie ſie mich verfluchen und gehen.“
„Carlo!“ ſchrie Gelſomina auf.
Eine lange Pauſe folgte. Der Monch ſah, daß ſeine Kunſt 4 hier nichts gegen die Leidenſchaft vermochte, und daß die Sache der Zeit müſſe überlaſſen bleiben; der Gefangene ſeinerleits beſtand einen härteren Kampf in ſich, als ſein Schickſal ihm noch bisher auferlegt hatte. Das unaustilgbare Sehnen nach der Welt ſiegte endlich und er brach das Schweigen.
„Vater,“ ſagte er feierlich und würdevoll, indem er ſo weit vortrat, als ſeine Kette verſtattete.„Ich hatte gehofft, ich hatte Gott gebeten, daß dieß unſchuldige Geſchöpf ſich von ihrer Liebe mit Schaudern abwenden möchte, wenn ſie erführe, daß ihr Ge⸗ liebter ein Bravo ſey.— Aber ich habe dem weiblichen Herzen Unrecht gethan!— Sage mir, Gelſomina, und ſo lieb Dir Deine Seligkeit iſt, täuſche mich nicht— kannſt Du mich anſehen ohne Abſcheu?“
Ge omina zitterte, aber ſie ſchlug die Augen auf, und lächelte


