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Der Bravo : eine venetianische Geschichte / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von G. Friedenberg
Entstehung
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Meine Tochter, was willſt Du hier und wer biſt Du? fragte der Monch.

Die Tochter des Oberſchließers, ſagte Jacopo, da er bemerkte, daß ſie nicht zu antworten vermochte:ich habe ſie bei meinen mancherlei Geſchäften im Gefängniſſe kennen gelernt.

Vater Anſelmo ſah die beiden abwechſelnd an. Seine Miene war anfangs ſtreng, milderte ſich dann und wurde endlich ganz theilnehmend, als er ihren beiderſeitigen Kampf bemerkte.

Das iſt die Folge menſchlicher Leidenſchaften, ſagte er halb im Tone des Troſtes, halb des Vorwurfs.So ſind die Früchte des Verbrechens immer.

Vater, ſagte Jacopo ernſt.Mir allein mag dies Wort gelten, denn die Engel im Himmel ſi ſind nicht unſchuldiger als dies weinende Mädchen.

Das höre ich gern. Ich will Dir glauben, unglücklicher Mann, und freue mich, daß Deine Seele nicht belaſtet iſt mit der Sünde, ſolch junges Geſchöpf verführt zu haben.

Die Bruſt des Gefangenen hob ſich und Gelſomina ſchauderte.

Warum haſt Du Deiner Schwachheit nachgegeben und biſt in den Kerker gekommen? fragte der Karmeliter, indem er ſich zwang, eine tadelnde Miene anzunehmen, der jedoch das Gefühl und die Milde ſeines Tones widerſprachen.Haſt Du den Charakter des Mannes gekannt, den Du liebteſt?

Unbefleckte Maria! ſchrie das Mädchen,nein nein nein!

Nun, ſo biſt Du jetzt, da Du die Wahrheit erfahren haſt, gewiß nicht mehr das Opfer thörichter Einbildungen.)

Gelſominas Blick war verwirrt, obgleich Angſt jeden andern Ausdruck verdrängte. Sie ſenkte den Kopf vor Scham und Schmerz und ſchwieg ſtille.

Ich weiß wicht, Kinder, wozu dieſe Zuſammenkunft dienen ſoll, fuhr der Moͤnch fort.Ich bin hergeſchickt, die letzte Beichte eines Bravo anzuhören, und Du, die Du gewiß ſo viel Urſach