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damit beſchäftigen, die Sache des merkwürdigen Menſchen, welcher ſo lange ſeine blutigen Thaten ſelbſt mitten in der Stadt ungeſtraft verübt hatte, nunmehr zu entſcheiden. Während des Morgens waren die leichtgläubigen Handelsleute ſehr emſig, einander die Unthaten zu erzählen, die im Laufe der letzten drei oder vier Jahre verübt, ihm zur Laſt gelegt wurden. Einer ſprach von der Leiche eines Ausländers, welche in der Nähe der Spielhäuſer, wohin die Frem⸗ den zu gehen pflegen, war gefunden worden. Ein Anderer erzählte von dem jungen Adligen, der ſogar auf dem Rialto erſchlagen ward, und ein Dritter wußte ausführlich von einem Morde zu ſagen, welcher eine Mutter ihres Sohnes und eine junge Patricierin ihres An⸗ beters beraubte. Indem ſo Einer nach dem Andern ſeinen Beitrag zollte, rechnete ein Häuflein, das auf dem Quai beiſammen ſtand, nicht weniger als 25 Mordthaten zuſammen, die Jacopo verübt haben ſollte, wobei die rachſüchtige und zweckloſe Ermordung des Mannes, den man eben beſtattet hatte, noch nicht einmal mitgezählt war. Zum Glück vielleicht für ſeine Gemüthsruhe wußte Derjenige, über welchen dieſe Gerüchte ſich verbreiteten, nichts von ihnen und von den Verwünſchungen in ihrem Gefolge. Vor ſeinen Richtern ließ er ſich auf keinerlei Vertheidigung ein, und verweigerte ſtand⸗ haft die Beantwortung ihrer Fragen.
„Ihr Herren wiſſet, was ich gethan habe,“ ſagte er ſtolz. „Und was ich nicht gethan habe, wißt Ihr auch. Sorget Ihr nur für das, was Euch ſelber betrifft.“
Als er wieder in ſeinem Kerker war, begehrte er Speiſe und aß ruhig, aber wenig. Jedes Werkzeug, womit er ſich möglicher⸗ weiſe ſelbſt tödten konnte, wurde hierauf entfernt, ſeine Ketten wurden zum letztenmal ſorgfältig unterſucht und ſodann überließ man ihn ſeinen Gedanken. So blieb er eine Zeit lang, da ließen ſich Fuß⸗ tritte vernehmen, die ſeiner Zelle näher kamen. Die Schlöſſer wurden gedreht und die Thür ging auf. Zwiſchen ihm und dem Lichte er⸗ ſchien nunmehr die Geſtalt eines Prieſters. Dieſer trug eine Lampe,


