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widerſetzten ſich dem Verlangen ihres jüngeren Kollegen mit ſehr ſcheinbaren Gründen und einen Anſtrich von Rechtmäßigkeit. Es blieb endlich dabei, daß ſie ſelber die Sache entſcheiden müßten.
Die nächſte Frage war, welche Strafe zuerkannt werden ſollte. Der verſchmitzte Senior des Nathes brachte eine Verbannung auf einige Monate in Vorſchlag, denn Giacomo Gradenigo hatte ſchon ſonſt in mehr als einer Rückſicht den Zorn der Regierung verdient. Signor Soranzo widerſetzte ſich dieſer Strafe mit dem Feuer eines unverderbten edlen Herzens. Er trug endlich den Sieg davon, indem ſeine ſchlauen Amtsgenoſſen beſonders hervorhoben, daß ſie ſeinen Argumenten nachgäben. Das Reſultat des ganzen Manövers war, daß der junge Gradenigo auf zehn Jahre in die Provinzen ver⸗ wieſen, Hoſea aber auf Lebenszeit verbannt ward. Sollte der Leſer ſtrenge Gerechtigkeit in dieſem Erkenntniß vermiſſen, ſo geben wir ihm zu bedenken, daß der Jude froh ſeyn mußte, noch ſo mit blauem Auge davon zu kommen.
„Wir dürfen dieſe Entſcheidung und deren Veranlaſſung nicht geheim halten,“ bemerkte der Inquiſitor von den Zehnen, ſobald die Sache beendet war.„Es iſt kein Nachtheil für den Staat, wenn bekannt wird, wie er die Gerechtigkeit handhabt.“
„Und wenn ſie wirklich geübt wird, will ich hoffen,“ entgegnete Signor Soranzo.„Da aber unſere heutigen Geſchäfte beendiget ſind, beliebt es den Herren, daß wir nach Hauſe zurückkehren?“
„Vorher haben wir noch die Sache des Jacopo abzumachen.“
„Den möoͤgen wir doch immerhin den ordentlichen Tribunälen überlaſſen!“ 3
„Wie Euch beliebt. Iſt es ſo Enre Meinung, Signori?“
Die beiden Andern ſtimmten durch Verbeugungen bei und man ſchickte ſich zur Heimkehr an.
Bevor aber die beiden älteren Mitglieder des Rathes den Pa⸗ laſt verließen, hielten ſie miteinander eine lange und geheime Con⸗ ferenz, deren Reſultat eine Privatinſtruction für den Criminalrichter


