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Jacopo lächelte, aber mehr aus Spott als aus einem andern Gefühle.
„Wenn die erlauchten Senatoren hier gegenwärtig ihre Masken abnehmen wollen, ſo kann ich dieſe Frage vielleicht mit größerer Zuverſicht beantworten,“ ſagte er.
„Dein Verlangen iſt verwegen und außer der Ordnung. Nie⸗ mand kennt perſönlich die Patricier, welche im Staate die letzte Ent⸗ ſcheidung haben. Bekennſt Du Dein Verbrechen?“
In dieſem Augenblicke trat ein Officiant haſtig herein, legte eine Schrift in die Hand des rothgekleideten Inquiſttors und ent⸗ fernte ſich. Nach einer kleinen Pauſe befahl man den Wachen, mit dem Gefangnen abzutreten.
„Hohe Senatoren,“ ſagte Jacopo, indem er ernſt an den Tiſch trat, als wollte er den Augenblick benutzen, um durchzuſetzen, was er zu fordern im Begriff ſtand.„Gnade! Verſtattet mir, einen Gefangnen unter den Bleidächern zu beſuchen! Ich habe wichtige Gründe dies zu wünſchen, und bitte Euch als Menſchen und Väter es mir zu erlauben.“
Das lebhafte Intereſſe der Zweie für die ebengebrachte Nach⸗ richt, über welche ſie ſeitwärts ſich beſprachen, verhinderte ſie, auf ſein Geſuch zu achten. Der dritte Inquiſitor, Signor Soranzo, war der Lampe näher getreten, begierig in den Zügen eines ſo be⸗ rüchtigten Menſchen zu forſchen, und ſtaunte ſeine auffallende Ge⸗ ſichtsbildung an. Gerührt durch den ergreifenden Ton ſeiner Rede und zum Wohlwollen geſtimmt durch die Züge, welche er muſterte, übernahm er die Verantwortlichkeit, allein den Wunſch des Ge⸗ fangnen zu gewähren.
„Erfüllt ihm, was er verlangt,“ ſagte er zu den Hellebar⸗ dieren,„aber haltet ihn bereit wieder vorzutreten.“
Jacopo dankte ihm durch einen Blick, aber in Beſorgniß, daß die Andern noch plötzlich ſeinem Verlangen in den Weg treten möchten, verließ er eilig das Zimmer.


