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Der Bravo : eine venetianische Geschichte / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von G. Friedenberg
Entstehung
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Stammes find und ſchoöͤnere Ausſichten haben als der Herzog von Sant' Agata.“.

Die Kälte in den Zügen des Banditen verſchwand.

„Wenn Du von Don Camillo Monforte kommſt, warum zoö⸗ gerſt Du, mir das zu ſagen? Was verlangt er?“

„Ich weiß nicht, ob das, was in dieſem Papiere ſteht, von ihm ſelber iſt, oder von irgend einem Andern, aber ſo, wie es da iſt, Signore Jacopo, ward mir befohlen, es Euch abzuliefern.“

Er nahm ſchweigend das Packet; der Blick aber, welchen er auf das Siegel und die Aufſchrift warf, ſchien dem ſchüchternen Gondolier der Blick eines Tigers zu ſeyn, der Blut ſieht.

„Du ſprachſt etwas von einem Ringe. Haſt Du den Siegel⸗ ring Deines Herrn mitgebracht? Ich bin gewohnt, Wahrzeichen zu ſehen, ehe ich Zutrauen faſſe.“

„Wollte Gott, ich hätt' ihn noch! und wär' er ſo ſchwer wie ein Schlauch Wein, ich trüg' ihn mit Vergnügen, aber Jemand, den ich fälſchlich für Euch hielt, Meiſter Jacopo, hat ihn an ſei⸗ nem eignen langen Finger, fürcht' ich.“

„Das magſt Du mit Deinem Herrn ausmachen,“ erwiederte der Bandit kalt und betrachtete das Siegel von Neuem.

„Wenn Ihr die Handſchrift meines Herrn kennt,“ fiel der Gondolier haſtig ein, der für das Schickſal ſeines Packets fürchtete, „ſon werdet Ihr in dieſen Zügen ſeine geſchickte Hand erkennen. Wenig Leute in Venedig, oder gar in ganz Sieilien, ſchreiben eine beſſere Hand mit ihrem Gänſekiel als Don Camillo Monforte. Ich Ich ſelbſt kann's nicht halb ſo ſchön machen.“

„Ich bin kein Schreiber,“ ſagte der Bandit, ohne ſich dieſes Geſtändniſſes zu ſchämen.„Ich hab's nicht gelernt, ſolche Schrei⸗ berei zu entziffern. Wenn Du die Kunſt ſo gut verſtehſt, ſag' mir, an wen die Auſſchrift lautet.“

„Es wäre ſehr unziemlich, auch nur ein Silbchen auszuſpre⸗ chen von den Geheimniſſen meines Herrn,“ erwiederte der Gondo⸗

„