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mit einem Fremden Geſchäfte haben. Wenn Ihr es war't, der mit einem friedlichen und unſchuldigen Gondolier im Hofe des Palaſtes zuſammentraf, eben als der Thurm der Piazza das letzte Viertel ſchlug, und von dieſem einen Ring erhielt, der keinem als dem 2 rechtmäßigen Eigenthümer etwas nützen kann, ſo wird ein ſo edel⸗ müthiger Mann nicht anſtehn, ihn zurückzugeben.“ .„Hältſt Du mich für einen Juwelier vom Rialto, daß Du von Ringen mit mir ſprichſt.“
„Ich halte Euch für einen Mann, der gar wohl bekannt und geſchätzt iſt bei vielen Leuten von Rang und Bedeutung hier in Ve⸗
nedig, wie der Auftrag meines Herrn an Euch beweiſen kann.“
„Nimm die Maske ab. Ehrliche Leute brauchen das Geſicht nicht zu verſtecken, womit ſie geboren ſind.“
„Ihr ſprecht gar ſehr wahr, Signore Frontoni, was nicht zu verwundern iſt, da Ihr ſo oft Gelegenheit habt, in die Handlungs⸗ weiſe der Menſchen zu ſchauen. Aber mein Geſicht hat nichts, das
6 die Mühe verlohnte, es anzuſehn; und ich möchte gern wie alle Andern thun in dieſer luſtigen Zeit, wenn's Euch beliebt.“
„Wie Du willſt. Ich bitt' Dich aber, laſſ' mich desgleichen thun.“
„Wer wollte ſo verwegen ſeyn, Euch Euer Belieben ſtreitig zu machen, Signore?“
„Mir beliebt, allein zu ſeyn.“
„Cospetto! kein Menſch in Venedig hülf' Euch lieber dazu als ich, wenn nur meines Herrn Auftrag beſorgt wäre,“ murmelte Gino zwiſchen den Zähnen.„Ich habe hier ein Packet, Signore, das ich Euch und keinem Andern abgeben ſoll.“
„Ich kenne Dich nicht.— Haſt Du einen Namen?“
„So wie Ihr's meint, eben nicht, Signore! In der Art von
8 Ruf bin ich ſo namenlos wir ein Findelkind.“
„Wenn Dein Herr nicht mehr bedeutet als Du, ſo kann das Packet zurückgegeben werden.“
„'S giebt Wenige im Gebiet von St. Marcus, die edleren


