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Der Bravo : eine venetianische Geschichte / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von G. Friedenberg
Entstehung
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wir uns verſtändigen werden, ſo will ich meiner Wege gehn. Schöne gute Nacht.“

„Cospettol“ Signore, Ihr ſeyd zu eilig mit Euren Gedan⸗ ken und Manieren für mich, der ich an ſolche Unterhandlungen nicht gewöhnt bin. Hier iſt ein Siegelring, der uns vielleicht ver⸗ ſtändigen kann.“

„Der Fremde nahm den Juwel und hielt ihn gegen das Mond⸗ licht, wobei ſich Ueberraſchung und Vergnügen in ſeiner Bewe⸗ gung verriethen.

„Das iſt der Falkenbuſch des Neapolitaners— deſſen, der Herr von Sant' Agata iſt.“

„Ja, und von manchen andern Lehen, guter Signore, nicht zu gedenken der Ehrenſtellen, auf welche er in Venedig Anſpruch hat. Hab' ich Recht, daß mein Auftrag Euch angeht?“

„Es iſt wahr, daß mein gegenwärtiges Geſchäft eben Nieman⸗ den betrifft, als Don Camillo Monforte. Aber Dir war doch nicht bloß aufgetragen, den Ring vorzuzeigen?“

„O nein, hier iſt ein Packet, welches nur darauf wartet, daß ich über die Perſon deſſen, mit dem ich rede, Gewißheit erlange, um es in ſeine Hände zu geben.“

Der Fremde dachte einen Augenb lick nach, dann umherblickend ſprach er haſtig:

„Hier iſt nicht der Ort, Freund⸗ ſich zu demaskiren, und wenn wir uns auch nur zum Spaß verkleidet hätten. Wart' hier, ich will gleich wieder kommen und Dich an einen gelegneren Platz führen.“

Kaum waren dieſe Worte geſprochen, ſo ſah ſich Gino allein mitten im Hofe. Der maskirte Fremde war ſchnell fortgegangen und befand ſich ſchon am Fuße der Rieſentreppe, ehe der Gondo⸗ lier Zeit hatte, ſich zu beſinnen. Mit leichtem, ſchnellem Schritt und ohne den Hellebardier zu beachten, ſtieg er hinauf und näherte ſich der erſten von den drei bis vier Oeffnungen der Mauer, die berühmt ſind als die Behälter zur Aufnahme geheimer Anklagen,