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Der Bravo : eine venetianische Geschichte / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von G. Friedenberg
Entstehung
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Jacke abwarf und die einfachere geſchwind anzog, welche er verlangt hatte.„Die Mütze, Annina, und die Maske!“

„Eine ſo falſche Phyſiognomie, wie Deine, bedarf doch nicht erſt des ſeidnen Läppchens, um ſich zu verſtecken,“ ſagte ſie, ihm deſſenungeachtet beides hinwerfend.

„Gut ſo— Pater Baptiſta ſelber, der ſich rühmt, er könne einen Sünder von einem Reuigen durch den bloßen Geruch unterſcheiden, ſoll doch in dieſen Kleidern nicht Don Camillo Monforte's Diener ahnen! Cospetto! Ich habe halb Luſt, dem Schuft von Juden, bei dem Deine goldne Kette verſetzt iſt, einen Beſuch zu machen, und ihm einen Wink über die Folgen zu geben, wenn er drauf beſteht, die accordirten Zinſen doppelt zu nehmen.“

„S wär chriſtliche Gerechtigkeit! Was ſoll aber unterdeſſen aus der wichtigen Sache werden, Gino, die Du ſo eilig zu Stande bringen mußt?“

„Du haſt Recht, Mädchen. Pflicht über Alles; obſchon es ſo gut Pflicht wie irgend etwas iſt, einem diebiſchen Juden einen Schrecken einzujagen. Sind Deines Vaters Gondeln alle in Waſſer?“

„Wie ſollt' er denn ſonſt nach dem Lido gekommen ſeyn, und mein Bruder nach Fuſina, und die zwei Arbeitsleute an ihre gewöhn⸗ lichen Geſchäfte auf den Inſeln, oder woher ſollt' ich ſonſt allein im Hauſe ſeyn?“

„Diavolo! iſt kein Boot im Kanal?“

„Du haſt ungewöhnliche Eil, Gino, jetzt mit Deiner Maske und Sammetjacke! Ich weiß nicht, ob ich einen darf in meines Vaters Haus herein laſſen, wenn ich allein bin, daß er dann ſo verkleidet und zu dieſer Tageszeit fortſchleiche. Du mußt mir Dei⸗ nen Auftrag ſagen, damit ich urtheilen kann, ob das zuläſſig iſt.“

„Fordre lieber von den Dreihunderten, daß ſie Dir ihr Cri⸗ minalbuch aufmachen! Gieb mir den Schlüſſel von der Vorderthür, Mädchen, daß ich meiner Wege gehn kann.“

„Wenn ich erſt wiſſen werde, ob dies nicht ein Handel iſt, der