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Der Bravo : eine venetianische Geschichte / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von G. Friedenberg
Entstehung
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meinem Water beim Senat Ungelegenheit machen könnte. Du weißt, Gino, ich bin—“

„Diamine! da ſchlägt der Thurm von San Marco, und ich zaudere über die befohlene Zeit. Wenn ich mich verſpäte, ſo iſt's Deine Schuld.“† 8

„Es wäre nicht das erſte Mal, daß ich Deinen Nachläſſigkei⸗ ten zur Entſchuldigung dienen müßte. Hier biſt Du und hier ſollſt Du bleiben, bis ich den Auftrag erfahre, der eine Maske und eine Jacke nöthig macht, und alles um Deine Sache von Bedeutung.“

„Du ſprichſt wie ein eiferſüchtiges Weib, und nicht wie ein vernünftiges Mädchen, Annina! Ich habe Dir geſagt, daß ich ein Geſchäft von der äußerſten Wichtigkeit habe, das nicht ohne ſehr üble Folgen aufgeſchoben werden kann.“

„Bei wem? was für ein Geſchäft? Warum willſt Du, den man ſonſt nicht eifrig genug treiben kann, dies Haus zu verlaſſen, jetzt ſo haſtig fortlaufen?“

„Hab' ich Dir nicht geſagt, Mädchen, daß es eine Sache von Belang iſt, die ſechs adlige Familien angeht, und daß, wenn ich die Sache nicht zeitig beſorge, ein Streit daraus entſtehen kann— eh, zwiſchen dem Florentiner und der Republik!“

„Du haſt mir nichts der Art geſagt, und ich glaub' auch nicht dran, daß Du ein Geſandter von San Marco biſt. Sag doch nur einmal die Wahrheit, Gino Monaldi, oder leg' die Maske und die Jacke hin und nimm wieder Deine Livree von St. Agata.“

„Nun denn, weil wir Freunde ſind, und weil ich Dir zutraue, daß Du verſchwiegen biſt, Annina, Du ſollſt die Wahrheit von A bis Z wiſſen, zumal ich hoͤre, daß die Glocke nur die Viertel ge⸗ ſchlagen hat, und mir alſo noch ein Augenblick Zeit übrig bleibt, Dir's mitzutheilen.“

„Du ſiehſt nach der Wand, Gino, und ſuchſt eben Deinen Witz

zuſammen zu einer ſcheinbaren Lüge.“

„Ich ſeh nach der Wand, weil mir auf's Gewiſſen fällt, daß

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