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„und dies zum Wahrzeichen Deiner Sendung. In dem Bogen des Dogenpalaſtes, welcher zum Kanal San Marco führt, unter der Seufzerbrücke, wirſt Du Jacopo finden. Gieb ihm das Packet, und ſollte er es fordern, ſo vorenthalte ihm auch den Ring nicht. Erwarte ſein Geheiß, und bringe mir Antwort.“
Gino vernahm dieſen Befehl mit vollkommner Ehrerbietung, aber mit unverſtellbarem Schrecken. Die gewohnte Unterwerfung unter den Willen ſeines Herrn ſchien in ihm mit tiefem Abſcheu gegen das ihm aufgetragne Geſchäft zu kämpfen. Es zeigte ſich ſogar in ſeinem, wenn auch unterwürfigen Zaudern eine Spur davon, daß der Grund zu ſeinem Widerwillen tiefer lag. Wenn dem Don Camillo der Blick und die Geberdung ſeines Dieners überhaupt nicht entgingen, ſo that er doch, als merkte er nichts.
„Beim gewölbten Durchgange des Palaſtes unter der Seufzer⸗ brücke,“ ſagte er nochmals kaltblütig.„Mach, daß Du zeitig hin⸗ kommſt, möglichſt kurz vor der erſten Stunde der Nacht.“*
„Ich wollte, Signore, es häͤtte Euch beliebt, Giorgio und mir zu befehlen, Euch nach Padua zu fahren.“
„Das iſt weit. Warum haſt Du mit einem Male Luſt, Dich ſo müde zu machen?“
„Weil es da auf den Wieſen keinen Dogenpalaſt giebt, und 1 keine Seufzerbrücke, und keinen Hund von Jacopo Frontoni.“
„Mein Auftrag iſt Dir nicht genehm, aber Du ſollſt wiſſen, daß ein treuer Diener gewiſſenhaft auszuführen hat, was ſein Herr ihm befiehlt. Du biſt geboren auf meinem Grund und Boden, Gino Monaldi, und obgleich Du von Jugend auf dies Geſchäft eines Gondoliers verſehen haſt, biſt Du doch eigentlich mein Vaſall in Neapel.“
„St. Januarius verleih mir Dankbarkeit für ſolche hohe Ehre, Signore! Aber es gibt keinen Waſſerhändler in den Straßen von
Venedig und keinen Schiffer auf den Kanälen, der nicht dieſen Ja⸗ * In Venedig zählt man die Stunden nach dem Sonnenuntergang.


