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Der Edle ſchien jetzt dem Geſpräch mehr Aufmerkſamkeit zu ſchenken, da er es bisher in dem gleichgültigen Tone geführt hatte, mit dem ein herablaſſender Vorgeſetzter ſeinen Untergebnen zu er⸗ muntern pflegt..
„La bella Sorrentina! Sollte ich nicht das Fahrzeug kennen?“
„Ei freilich, Signore! Der Padrone hat Verwandte zu Sant' Agata, wie ich Ew. Excellenz berichtet habe, und ſein Schiff hat manch froſtigen Winter beim Schloſſe auf dem Strand gelegen.“
„Was führt ihn nach Venedig?“
„Wenn ich das erfahren könnte, ich gäb' meine neueſte Livree⸗ jacke drum. Es iſt grade meine Sache nicht, mich um andrer Leute Thun zu kümmern, und freilich wohl iſt Beſcheidenheit die Haupt⸗ tugend eines Gondoliers. Indeß ich brachte ſo einen geheimen Wink über ſein Gewerb' hier an, wie alte Nachbarn wohl mögen, da war der Menſch aber ſo zurückhaltend, als hätt' er die Beichten von fünfzig Chriſtenſeelen in Fracht genommen. Aber, wenn's Ew. Ex⸗ cellenz gelegen iſt, mir Vollmacht zu geben, ihn auszufragen, ſo müßt's ja mit dem Teufel zugehn, wenn wir nicht ſo mit dem Re⸗ ſpekt vor Ew. Excellenz und mit guter Manier etwas mehr von ihm herausbrächten als einen falſchen Frachtzettel?“
„Du magſt unter meinen Gondeln eine zur Regatta auswäh⸗ len, Gino!“ bemerkte der Herzog von Sant' Agata und trat in den Pavillon, wo er ſich auf die glatten ſchwarzledernen Kiſſen warf, ohne weiter auf das Geſchwätz ſeines Dieners zu achten.
Geräuſchlos flog die Gondel dahin in jener geſpenſtigen Weiſe, welche dieſer Art von Fahrzeugen eigen iſt. Gino, welcher als der Vorgeſetzte ſeines Gehülfen, auf dem kleinen, geſchweiften Verdeck des Hintertheils ſtand, bewegte ſein Ruder mit gewohnter Behen⸗ digkeit und Geſchicklichkeit, indem er das leichte Boot bald zur Rechten bald zur Linken ſchwenken ließ, während es zwiſchen den zahlloſen Barken von allerlei Form und Beſtimmung, die entgegenkamen, hindurchglitt. Ein Palaſt nach dem andern, und mancher von den
Der Bravo. 2


