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Der Bravo : eine venetianische Geschichte / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von G. Friedenberg
Entstehung
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ihm die Brigg in den Baldachin, und ſchlug die Gondel in Stücken, als wär's'ne Waſſerblaſe geweſen, die der Bucentaur zurückläßt.

Der Padrone hätt' ſo großmüthig ſeyn ſollen über Pietro's Dummheit nicht zu klagen, da der ja ſeine Strafe ohnehin hatte.

Madre di dio! Der Padrone ging zur Stund' in See, oder er wäre Futter für die Fiſche in den Lagunen geworden! Da iſt kein Gondelier in ganz Venedig, der nicht den Schimpf im Herzen fühlte. Wir wiſſen uns ſo gut Recht zu ſchaffen als unſre Herren.

Ei nun, eine Gondel iſt ſo gut ſterblich wie eine Feluke, und jedes hat ſeine Zeit. Beſſer, am Stoß einer Brigg ſterben, als in die Klauen eines Türken fallen! Was macht Dein junger Herr, Gino? Iſt's zu hoffen, daß er ſeine Anſprüche beim Senat durchſetzt?

Morgens kühlt er ſich in der Gindecca ab, und willſt Du wiſſen, was er Abends macht, ſieh Dich nur um unter den Edlen im Broglio.

Indem er ſprach, warf der Gondelier einen Blick ſeitwärts,

auf eine Gruppe Patricier, die unter den ſchattigen Arkaden am

Palaſt des Dogen umherwandelten, einem Ort, welcher zu gewiſſen Zeiten nur den Bevorrechteten verſtattet war.

Mir iſt nicht unbekannt, daß die Edlen von Venedig zur Abendzeit die niedrige Colonnade da zu beſuchen pflegen, aber daß ſie in der Giudecca ſich baden, habe ich mein Lebtage nicht gehört.

Und würf ſich der Doge ſelbſt aus einer Gondel, er müßte ſinken oder ſchwimmen ſo gut wie ein ſchlechteres Chriſtenkind.

Acqua dell' Adriatico! Wollt' der junge Herzog auch zum Redentore, da zu beten?

Er kam zurück und hatte es gethan doch was verſchlägt's, in welchem Kanal ein junger Edelmann ſeine Nacht verſeufzt? Wir waren eben in der Näh', als das Anconaſchiff das Kunſtſtück machte. Während Giorgio und ich vor Wuth ſchäumten über die Tölpelei des Fremden, ſprang mein junger Herr, der, was Gondelfahren