mit dem reichen Baronet am Ende doch noch eben ſo viele Vor⸗ theile gewinnen werde, wie wenn Jene in Wirklichkeit ſeine Tochter geweſen wäre.
Nachdem Wycherly einige Wochen in beſcheidenem Glücke zu Haus verlebt hatte, glaubte er es allen Betheiligten ſchuldig zu ſeyn, ſeine Gattin nach dem Wohnſitze der Herzogin zu führen, um ſie mit ihren dortigen nahen Verwandten bekannt zu machen. Mrs. Dutton wurde eingeladen, an der Parthie Theil zu nehmen; Dutton aber ward zurückgelaſſen, da er mit den Scenen und Ge⸗ fühlen, welche man dort mit Wahrſcheinlichkeit erwarten konnte, durchans in keiner nothwendigen Verbindung ſtand.
Es hieße die Herzogin zu ſehr ins Schöne malen, wenn wir behaupten wollten, ſie habe Mildred ohne allerlei ſchlimme Ahnungen und Beſorgniſſe empfangen. Doch der erſte Blick auf ihre liebliche Nichte ließ ihre natürlichen Gefühle vollſtändig die Oberhand ge⸗ winnen. Die Aehnlichkeit mit ihrer Schweſter war ſo auffallend, daß ſie bei dem erſten Entgegenkommen einen durchdringenden Schrei ausſtieß und unter einem Strome von Thränen das junge, zitternde Weſen mit einer Innigkeit und Aufrichtigkeit an's Herz ſchloß, welche ſie alle conventionellen Formen vergeſſen ließen.— Dieß war der Anfang einer innigen Verbindung, welche jedoch nur kurze Zeit dauerte, da die Herzogin zwei Jahre ſpäter mit dem Tode abging.
Wycherly blieb noch bis zu dem Aachener Frieden im Dienſt, worauf er der See für immer Lebewohl ſagte. Seine große An⸗ hänglichkeit an ſein Geburtsland führte ihn nach Virginia zurück, wo alle ſeine nächſten Verwandten weilten und wo er ſein ganzes Herz befriedigt fühlte, als er Mildred und ſeine Kinder neben ſich ſah. Bei ihm hatten frühere Bande und Gewohnheiten mehr Stärke als Sagen und Ueberlieferungen aus entſchwundenen Zeiten.
Er baute ſich eine geräumige Wohnung auf dem Landſitze, den er von ſeinem Vater geerbt hatte und verlebte daſelbſt den größten Theil ſeiner Zeit, während Wychecombe der Aufſicht eines


