Druckschrift 
Die beiden Admirale : ein See-Roman / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von Eduard Mauch
Entstehung
Einzelbild herunterladen

660

daß keine phyſiſche Veränderung dieſer Art eintreten konnte, die nicht in der augenblicklichen Oberherrſchaft des Geiſtes über den Körper ihren Grund fand, wenn der Erſtere auf dem Punkte ſteht, ſeine irdiſche Behauſung für immer zu verlaſſen ein Umſtand, welcher bei ſolchen Kranken, wo das geiſtige Element beſonders vorherrſcht, keineswegs ungewöhnlich iſt. So leben dann in ihren letzten Momenten die Kräfte der Seele noch für einen Augenblick wieder auf, gerade wie eine Lampe, welche dem Erlöſchen nahe iſt, zuvor noch eine Zeit lang glimmt und aufflackert.

Er näherte ſich dem Bette des Kranken und betrachtete ihn lange und aufmerkſam es war kein Zweifel mehr, der letzte Augenblick war nahe.

Ihr ſeyd ein Mann und ſeyd Krieger, Sir Jairvis, ſprach er zu dieſem mit leiſer Stimme,es würde alſo nicht wohl ge⸗ rathen ſeyn, wenn ich Euer Urtheil in einem Falle dieſer Art irre zu leiten verſuchen wollte. Unſer verehrter Freund, der Contre⸗ admiral, iſt articulo mortis, wie man wohl ſagen könnte: er wird die nächſte halbe Stunde wohl ſchwerlich überleben.

Sir Gervaiſe fuhr auf. Er warf einen ernſten Blick um ſich, denn gerade in dieſem Augenblicke hätte er viel darum gegeben, wenn er mit ſeinem ſterbenden Freunde hätte allein ſeyn können. Er zauderte jedoch, dieſen Wunſch zu äußern, denn es fiel ihm plötzlich bei, daß derſelbe wohl unpaſſend erſcheinen möchte.

Dieſer Verlegenheit wurde er aber durch Bluewater felbſt ent⸗ hoben, der ſich, wie er ſelbſt, geſcheut hatte, ein ſolches Begehren laut werden zu laſſen. Der Kranke winkte dem Arzte, herbeizu⸗ kommen, und flüſterte ihm ſeinen Wunſch ins Ohr, mit dem kom⸗ mandirenden Admirale allein gelaſſen zu werden.

Nun denn es heißt die Regeln unſerer Praxis noch nicht überſchreiten, wenn wir dem armen Manne ſein Anſuchen gewäh⸗ ren, murmelte Magrath, und ſchaute ſich nach ſeinen chirurgiſchen Inſtrumenten um, welche er mit der Kaltblütigkeit eines Handwerks⸗