Ungerechtigkeit und eine ſo kurzſichtige Politik noch ferner fortdauern ſoll, iſt Niemand im Stande vorherzuſagen; gleichwohl darf man ſich dreiſt dem Glauben überlaſſen, daß es wohl immerhin noch ſo lange anſtehen mag, bis ein einflußreicher Geſetzgeber die einfache Wahrheit erkannt haben wird, daß nämlich der geträumte Widerwille von Volksregierungen, dem Einzelnen gerecht zu werden, weit öfter in den Beſorgniſſen ihrer Repräſentanten als in der Wirklichkeit begründet iſt.— Doch nun zu unſerer Erzählung.
England genießt wegen ſeiner Nebel eines weitverbreiteten Rufes; in welchem Grade übrigens ein ſolcher Nebel zur Verſchönerung einer Gegend beizutragen vermag, fühlt man nur dann, wenn man an Ort und Stelle ſelbſt die zauberiſche Wirkung deſſelben zu be⸗ obachten Gelegenheit findet: wenn man ſieht, wie er eine reizende Landſchaft in ſeine geheimnißvollen Schleier hüllt und ſie in anmuthiger launenvoller Abwechslung mit dem Auge des Zuſchauers kokettiren läßt.— Mit einem dieſer oft belächelten Nebel, der übrigens, wie wir wohl zu bemerken bitten, nicht im November, ſondern im Juni Statt hatte, werden wir nun auch unſere Geſchichte eröffnen.
Auf einer hochgelegenen Landſpitze an der Küſte von Devon⸗ ſhire ſtand ein kleiner Signalthurm, der zu dem Zwecke errichtet worden war, um von hier aus mit der Flotte, welche zu Zeiten auf einer nahe befindlichen Rhede vor Anker lag, zu kommuniciren. Etwas weiter landeinwärts lag ein Dorf oder Weiler, dem wir für unſern Zweck am paſſendſten den Namen Wychecombe geben wollen; nicht weit von da in einem kleinen Parke ſtand ein Haus aus dem Zeitalter Heinrichs des Siebenten— die Wohnung Sir Wycherly Wychecombe's, eines Baronet's aus den Zeiten König Jakobs
des Erſten. Er war Beſttzer eines nicht eben im höchſten Flor befind⸗
lichen Landgutes von drei bis viertauſend Pfund jährlicher Einkünfte, und hatte dieſes ſein Eigenthum ſeit undenklichen Zeiten von ſeinen Vorfahren ererbt, deren Stammbaum bis zu den Zeiten der Plan⸗ tagenets hinaufſtieg.


