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Der Wildtödter : eine Erzählung / von James Fenimore Cooper
Entstehung
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ſchwachſinnig, und die rothen Männer haben mir nie zuvor ein Leid gethan. Es würde mich bekümmern, wenn ich denken müßte, ſie hätten ihren Sinn geändert. Es freut mich auch, Judith, daß ſie Hurry nicht verletzt haben. Wildtödtern, glaube ich, wird Gott von Niemand ein Leid widerfahren laſſen. Es war ein großes Glück, daß die Soldaten gerade in dem Augenblick kamen, denn das Feuer muß brennen.“

„Es war in der That ein Glück, meine Schweſter; Gottes heiliger Name ſey immerdar geprieſen für dieſe Barmherzigkeit!“

„Ich glaube faſt, Judith, Du kennſt Einen oder den Andern von den Officieren; Du kannteſt ja immer ſo Viele!“

Judith antwortete nicht; ſte verbarg ihr Geſicht in den Händen und ſtöhnte. Hetty ſchaute ſie verwundert an; aber natürlich vor⸗ ausſetzend, ihr eigner Zuſtand ſey der Grund dieſer Betrübniß, ſuchte ſie ihre Schweſter freundlich zu tröſten.

„Sey wegen meiner unbekümmert,“ ſagte das gefühlvolle und herzensreine Geſchöpf.„Mir widerfährt nichts Schlimmes, wenn ich ſterbe; ſind ja Vater und Mutter Beide todt, und was ihnen geſchah, mag mir immerhin auch geſchehen. Du weißt, es iſt an mir weniger gelegen, als an Einem von der Familie; daher werden Wenige an mich denken, wenn ich einmal im See liege.“

„Nein, nein, nein— arme, liebe, liebe Hetty!“ rief Judith in einem unbezähmbaren Ausbruch von Jammer,—„Ich wenig⸗ ſtens werde immer an Dich denken; und freudig, oh! wie freudig würde ich mit Dir tauſchen, um das reine, herrliche, ſündenloſe Geſchöpf zu ſeyn, das Du biſt!“

Bis jetzt war Capitain Warley an die Thüre der Cajüte ge⸗ lehnt geſtanden; als dieſer Ausbruch von Schmerz, und vielleicht von Reue, das ſchöne Maͤdchen übermannte, ſchritt er langſam und nachdenklich weg, und ging ſelbſt an dem Fähnrich, der eben die Behandlung des Wundarzts zu erdulden hatte, vorüber⸗ ohne von

ihm Kunde zu nehmen.