weiblicher Sorgfalt und Pflege zu widmen. Wildtödter ſtand zu Füßen des Lagers, auf Killdeer gelehnt; er war ganz unverletzt geblieben; all das ſchöne kriegeriſche Feuer, das vor Kurzem auf ſeinem Angeſicht geglüht, hatte wieder der gewohnten ehrlichen und wohlwollenden Miene Platz gemacht,— ein Ausdruck, der jetzt mit männlicher Wehmuth und Mitgefühl ſich ſanft miſchte. Die Schlange ſtand im Hintergrund der Scene, aufrecht und regungslos wie eine Statue; aber ſo aufmerkſam und beobachtend, daß nicht ein Zucken des Auges ſeinem ſcharfen Blicke entging. Hurry ver⸗ vollſtändigte die Gruppe; er ſaß auf einem Stuhl in der Nähe der Thüre, als fühlte er ſich in einer ſolchen Scene nicht am Platze, und ſchämte ſich doch, ſich unaufgefordert zu entfernen.
„Wer iſt der im Scharlach?“ fragte Hetty, ſobald ihr Auge auf die Uniform des Capitains fiel.„Sage mir, Judith, iſt es der Freund Hurry's?“
„Es iſt der Officier der Truppen, die uns Alle aus den Händen der Huronen befreit haben,“ war die leiſe Antwort der Schweſter.
„Bin ich auch befreit?— Ich meinte, ſie ſagten, ich ſey erſchoſſen und dem Tode nahe. Mutter iſt todt, und Vater auch; aber Du lebſt, Judith, und ſo auch Hurry. Ich fürchtete, Hurry werde getödtet werden, als ich ihn unter den Soldaten ſchreien hörte.“
„Laß es gut ſeyn— laß es gut ſeyn— liebe Hetty,“ unter⸗ brach ſie Judith, ängſtlich beſorgt, um die Bewahrung von ihrer Schweſter Geheimniß, und vielleicht in dieſem Augenblick mehr als je ſonſt.„Hurry iſt wohl, und Wildtödter iſt wohl, und der De⸗ laware auch.“
„Warum ſchoſſen ſie ein armes Mädchen, wie ich bin, und ließen ſo viele Männer unverletzt durchkommen? Ich wußte nicht, daß die Huronen ſo ruchlos ſeyen, Judith!“
„Es war ein Zufall, arme Hetty; ein trauriger Zufall war es! Niemand hätte Dir abſichtlich ein Leid zugefügt!“
„Das freut mich.— Es kam mir ſonderbar vor; ich bin


