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um die anmaßende Störerin zu Boden zu ſchlagen; aber die Häuptlinge verhinderten eine Mißhandlung und erinnerten ihre aufgebrachten Leute an ihren Geiſteszuſtand. Hetty ſelbſt war der Gefahr, die ſie lief, ſich nicht bewußt, und ſobald ſie dieſe kecke That vollbracht, ſtand ſie da, und ſah ſich mit finſterm Mißfallen und Unwillen um, als wollte ſie dem Schwarm der ſie aufmerkſam betrachtenden Wilden ihre Grauſamkeit vorrücken.
„Gott ſegne Dich; liebſte Schweſter, für dieſe muthige und beſonnene That!“ flüſterte Judith, ſelbſt ſo abgeſpannt, daß ſie zum Handeln unfähig war;„der Himmel ſelbſt hat Dich mit ſeiner heiligen Vollmacht geſandt!“
„Es war gut gemeint, Judith,“ fiel das Opfer ein;„es war trefflich gemeint, und es kam zur rechten Zeit, obwohl es am Ende doch unzeitig geweſen ſeyn mag. Was eintreten ſoll, muß bald eintreten, ſonſt wird es in Kurzem zu ſpät ſeyn. Hätte ich beim Athmen einen Mundvoll von dieſer Flamme eingeſogen, ſo könnte keine menſchliche Macht mein Leben retten; und Ihr ſeht, ſie haben mir dießmal die Stirne ſo feſt gebunden, daß mein Kopf nicht die mindeſte Freiheit und Wahl hat. Es war gut gemeint; aber es wäre vielleicht eine größere Barmherzigkeit geweſen, die Flammen ihr Werk vollenden zu laſſen.“
„Grauſame, herzloſe Huronen!“ rief die noch immer empörte Hetty;„wolltet Ihr einen Mann, einen Chriſten verbrennen, wie ein Scheit Holz? Lest Ihr nie in Euern Bibeln, oder meint Ihr Gott werde ſolche Dinge vergeſſen?“
Eine Geberde Rivenoak's gebot, die zerſtreuten Brände wieder zu ſammeln; friſches Holz ward gebracht, und ſelbſt Weiber und Kinder waren eifrig und geſchäftig, trockne Stecken herbeizuſchaffen. Die Flamme loderte eben zum zweitenmal auf, als eine India⸗ nerin durch den Kreis ſich drängte, auf den Haufen zuſchritt und mit dem Fuß noch zu rechter Zeit die brennenden Zweige bei Seite ſtieß, um das Aufflammen des Ganzen zu verhindern. Ein


