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ar das arme Weib eine ungewöhnliche Sünderin, daß ſich ihr Gätte ſo viel Mühe mit ihrem Leichnam gab?“
„Keine außerordentliche, obgleich, ſie wohl ihre Fehler hatte. Ich denke, daß Judith Hutter ein ſo chriſtliches und eines guten Endes ſo würdiges Weib war, als nur irgend Eine, die ſo lang außer dem Bereich des Läutens von Kirchenglocken lebte; und ich meine, der alte Tom verſenkte ſie wohl faſt eher, um ſich Mühe zu erſparen, als daß er ſich welche gemacht hätte. Es war frei⸗ lich ein wenig Stahl in ihrem Temperament, und da der alte Hutter ein ziemlicher Flintenſtein iſt, ſo gab es wohl hin und wieder Funken zwiſchen ihnen, aber im Ganzen konnte man ſagen, daß ſie ſich freundſchaftlich vertrugen. Wenn ſie Feuer fingen, ſo wurden den Zuhörern ſolche Blicke in ihr früheres Leben zu Theil, wie man ſie etwa in den. dunkleren Theilen der Wälder bekommt, wenn ein verirrter Sonnenſtrahl bis herab zu den Wurzeln der Baume dringt. Aber ich werde Judith immer werth ſchätzen, da es immer Lob und Empfehlung genug für ein Weib iſt, die Mutter eines ſolchen Geſchöpfs, wie ihre Tochter, Judith Hutter, zu ſeyn.“
„Ja, Judith war der Name, den die Delawaren nannten, obgleich ſie ihn auf ihre Weiſe ausſprachen. Nach ihren Geſprächen ſollte ich nicht meinen, daß das Mädchen ſehr nach meinem Ge⸗ ſchmack wäre.“
„Nach deinem Geſchmack!“ rief March, ebenſo über der Gleich⸗ gültigkeit als über der Anmaßung ſeines Genoſſen Feuer fangend; „was Teufels habt Ihr da von Eurem Geſchmack zu ſchwatzen, und dazu noch, wenn es ein Weib, wie Judith, betrifft? Ihr ſeyd nur erſt ein Knabe— ein Schößling, der kaum Wurzeln geſchla⸗ gen. Judith hat Männer unter ihren Anbetern gezählt, ſeit ſie ihr fünfzehntes Jahr zurückgelegt hat, was jetzt beinahe fünf Jahre her iſt, und wird nicht Luſt haben, auch nur einen Blick auf ein halbgewachſenes Bürſchchen zu werfen, wie Ihr ſeyd.“


