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und dabei immer dem Admirale treu und gehorſam war? ‚Monikae — nein, es hieß ‚gute Monika⸗— ſagte Seine Excellenz in eigener Perſon zu mir, ‚„Dein Pepe iſt ein wackerer Matroſe und hat ſich durch ſein Betragen meine volle Zufriedenheit erworben. Er ſoll Bootsmann auf meiner eigenen Carakke werden, und Du und Deine Nachkommenſchaft— alle dürfen ſich bis in ihr ſpäteſtes Alter rühmen, daß ſie der Familie eines ſo wackern Mannes angehörene. Dieß waren ſeine eigenen Worte, und was er ſagte, das that er; Pepe iſt nun Bootsmann. Freilich könnte man aber auch mit den Paternoſters und Ave Maria's, die ich betete, um ein ſolches Glück zu erringen, dieſes Ufer pflaſtern.“
Luis trat nun vor, grüßte die Gruppe und entſchuldigte ſich mit ſeiner Neugierde, die Einzelnheiten der erſten Fahrt kennen zu lernen. Wie er erwartete, kannte ihn Monika in ſeiner gegen⸗ wärtigen reichen Kleidung nicht und erzählte daher bereitwillig alles, was ſie wußte und auch noch ein ziemliches mehr. Die Unterredung zeigte; wie ganz ſich in dieſem Weibe Hoffnungsloſig⸗ keit in Entzücken umgewandelt hatte— ein Wechſel, der hier in ſeiner Geſondertheit die Gefühle, welche im Allgemeinen ſtattge⸗ funden hatten, repräſentirte.
„Ich habe viel von einem gewiſſen Pinzon gehört,“ fuhr Luis fort,„der als Pilot auf einer der Carapelen die Reiſe mitmachte. Was iſt aus ihm geworden?“
„Sennor, er iſt todt,“ antworteten ein Dutzend Stimmen, unter denen ſich beſonders Monika's als die lauteſte auszeichnete, ſo daß ihr auch zu Theil wurde, dieſe Geſchichte erzählen zu dürfen. „Er war einmal ein großer Mann in dieſer Gegend, aber jetzt iſt ſein Name mit ſeinem Leben dahin. Er war untreu und ſtarb, wie man ſagt, aus Gram, als er die Ninna in dem Fluß liegen fand, da er doch den Ruhm für ſich ſelbſt zu behalten hoffte.“ Luis war zu ſehr mit ſeinen eigenen Gefuͤhlen beſchäftigt ge⸗


