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Mercedes lehnte auf einem geſchmackvollen Ruhebette und überſchaute das Meer, während Luis auf einem Schemel zu ihren Füßen ſaß und in die Saiten einer Guitarre griff. Er hatte eine beliebte Volksweiſe geſpielt und dieſelbe mit ſeiner Stimme begleitet; da er aber bemerkte, ſeine junge Gattin höre nicht mit der ge⸗ wohnten Aufmerkſamkeit und Bewunderung auf ſeine Muſik, ſo legte er das Inſtrument bei Seite. 4
„Du biſt gedankenvoll, Mercedes,“ ſagte er, indem er ſich vor⸗ wärts beugte, um in denſelben Augen, die ſo oft in der Glut der Be⸗ geiſterung leuchteten, nun auch den Ausdruck der Schwermuth zu leſen.
„Die Sonne geht dort unter, wo das Land der armen Ozema iſt, Luis;“ antwortete Mercedes, und in ihrer Stimme war ein leichtes Beben nicht zu verkennen.„Dieſer Umſtand und der Anblick des endloſen Meeres, das ſo viel der Ewigkeit gleicht, haben meiner Phantaſie ihr Sterbelager wieder vorgeführt. Gewiß— gewiß— ein ſo unſchuldiges Weſen kann nicht dem ewigen Ver⸗ derben anheim gefallen ſeyn, weil ihr unerleuchteter Geiſt und ihre bewegten Gefühle nicht im Stande waren, alle Geheimniſſe der Kirche zu begreifen.“
„Ich wünſchte, Du dächteſt weniger an dieſen Gegenſtand, meine Theure. Deine Gebete und die Meſſen, die für das Heil ihrer Seele geleſen wurden, ſollten Dich hierüber beruhigen; ja wenn Du willſt, können die letzteren fortwährend wiederholt werden.“
„Ja, wir wollen dieß thun,“ hauchte die junge Frau, während Thräuen über ihre Wangen ſtrömten.„Die Beſten von uns be⸗ dürfen der Meſſen und beſonders wir ſind dieß der armen Ozema
ſchuldig. Haſt Du daran gedacht, Dich bei dem Admiral zu ver⸗
wenden, daß er bei ſeiner Ankunft in Espannola Mattinao jeden möglichen Dienſt leiſte?“ 3
„Es iſt geſchehen, und ſo ſchlage Dir die Sache aus dem Sinne. Ihr Denkmal iſt bereits zu Llera aufgeſtellt, und wenn


