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Deinige zu einer nie erlöſchenden Flamme anfachen und ihre Zärt⸗ lichkeit nie einen vergeblichen Aufruf an Deine Nachſicht und Deinen männlichen Schutz thun. Erfülle Deine Pfichten, mein Sohn, als ein ſpaniſcher Grande und ſuche Dein Glück in der Freundin Deines Herzens und in der Liebe Gottes.“
Der Admiral gab nun Luis ſeinen Segen, nahm auf eine feierliche Weiſe Abſchied von Mercedes und eilte nach ſeiner Carakke zurück. Boot um Boot verließ die Felukke und manche riefen noch aus der Ferne ihr Lebewohl herüber. Nach einigen Minuten ſetzten ſich die ſchwerfälligen Raaen in Schwung; die Flotte ſteuerte gegen Südweſten und ſetzte ihren Curs nach der fernen Küſte Indiens, wie man damals glaubte, fort. Die Ozema blieb noch eine Stunde an der Stelle, wo Columbus ſie verlaſſen hatte, liegen, als ob ſie ihren ſich entfernenden Freundinnen nachblicken wolle; dann füllte ſich ihre Leinwand und ſie holte gegen die kleine Bucht um, in deren Hintergrunde der Hafen von Palos de Moguer lag.
Der Nachmittag war köſtlich, balſamiſch, und als die Felukke ſich dem Lande näherte, war die Oberfläche des Meeres ſo glatt wie die eines Binnenſees. Es war gerade genug Wind vorhanden, die Luft zu kühlen und das kleine Fahrzeug mit einer Geſchwindigkeit von drei oder vier Knoten die Stunde durch das Waſſer zu treiben. Das Taggemach, worin ſich unſer Held und unſere Heldin auf⸗ hielten, befand ſich auf der Schanze und wurde von außen durch eine Preſſenning gebildet, die wie die Linnenüberwölbung eines Wagens emporſtieg, während das Innere mit koſtbaren Stoffen ausgekleidet war, ſo daß das Ganze einen ſchönen kleinen Salon bildete. Das Gemach war vorn durch einen Leinwandvorhang den Blicken des Schiffsvolks entzogen und gegen den Spiegel des Schiffs hin konnte man eine reiche Gardine fallen laſſen, wenn man hier die Ausſicht verſchließen wollte. Der Letztere war nun ſorglos aufgezogen und geſtattete dem Auge einen Blick über die breite Fläche des Oceans und nach der Pracht der untergehenden Sonne.


