eine Ehre zu erweiſen, an der Seite des Bräutigams ſtehen blieb und ſich ſogar ſo weit herabließ, den Himmel zu berühren, der über den Häuptern des neuvermählten Paares gehalten wurde. Iſabella hielt ſich jedoch ſeitwärts in der Nähe von Ozema's Lager, deren Züge ſie die ganze Ceremonie über betrachtete. Sie hatte es nicht für nöthig erachtet, der Braut ihre Theilnahme öffentlich zu be⸗ zeugen, da ſich ihre Gefühle ſo kürzlich noch gegenſeitig in ihrem Privatverkehr ergoſſen hatten. Die üblichen Glückwünſche waren bald vorüber, und dann entfernte ſich Don Ferdinand mit Allen, welche in Ozema's Geſchichte eingeweiht waren.
Es war, aus zarter Rückſicht für die Lage einer fremden Dame, welche die ihrer Anſicht nach gewiſſermaßen geheiligten Vor⸗ rechte des königlichen Ranges trug, nicht der Wunſch der Königin, daß ihr Gemahl und das übrige Gefolge als Zeugen von Ozema’s Taufe zurück blieben. Sie hatte die Innigkeit des Gefühls, womit das unerfahrene Mädchen den Begegnungen des Erzbiſchofs und des Brautpaares folgte, bemerkt, und Thränen entſtrömten ihren Augen, als ſie den Kampf zwiſchen Liebe und Freundſchaft ſah, der ſich in jedem Zuge ihres blaſſen aber liebenswürdigen Geſichtes ausdrückte. 3
„Wo Kreuz?“ fragte Ozema neugierig, als Mercedes ſich niederbückte, die zerſtörte Geſtalt der jungen Indianerin umſchlang und ihre Wangen küßte.„Gib Kreuz, Luis nicht heirathen mit Kreuz— gib Ozema Kreuz.“
Mercedes nahm ſelbſt das Kreuz von der Bruſt ihres Gatten, der es, ſeit er es wieder zurückerhalten, immer in der Nähe des Herzens getragen hatte, und legte es in die Hände der Prinzeſſin.
„Nicht heirathen mit Kreuz alſo?“ flüſterte das Mädchen und Thränen entſtrömten ihren Augen, ſo daß ſie faſt nicht im Stande war, den ſo hoch geſchätzten Schmuck zu ſehen.„Nun geſchwind, Sennora, und mache Ozema Chriſtin.“
Die Scene wurde zu feierlich und rührend für viele Worte,


