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Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika / von J. F. Cooper. Aus dem Engl. von C. Kolb
Entstehung
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in geiſtlichen Uebungen, wie ſie bei einer ſolchen Gelegenheit üblich waren, zu.

In dieſer Stimmung erſchienen dieſe zwei reinen weiblichen Weſen, ohne einen Gedanken an die Eitelkeiten des Putztiſches ſondern nur ernſtlich bedacht, ſich auf die feierliche Handlung vor⸗ zubereiten an der Thüre der königlichen Capelle, in welche man eben auch Ozema auf ihrem Lager gebracht hatte. Die Marquiſe hatte Mercedes, aus gewohnter Achtung gegen den Altar und ſeine Diener, einen weißen Schleier über das Haupt werfen und noch einige kleine paſſende Aenderungen in ihrem Anzuge vornehmen laſſen.

Ungefähr ein Dutzend Perſonen, die man eines ſolchen Ver⸗ trauens für würdig hielt, waren bereits gegenwärtig, und als die Braut und der Bräutigam eben im Begriffe waren, ihre Plätze einzunehmen, trat haſtig Don Ferdinand mit einem Papiere in der Hand ein, in deſſen Lektüre er durch das Geſuch ſeiner königlichen Gemahlin, der heiligen Handlung anzuwohnen, unterbrochen worden war. Der König war ein würdevoller Fürſt und wenn es ihm beliebte, ſo wußte kein Herrſcher ſeine Rolle anmuthiger oder ge⸗ ſchmackvoller zu ſpielen. Er winkte dem Erzbiſchof inne zu halten und ließ Luis niederknieen. Dann warf er dem jungen Manne das Band eines ſeiner Orden über die Schulter und ſprach:

Nun ſtehe auf, edler Sennor, und übe ſtets Deine Pflicht gegen den himmliſchen Meiſter, wie Du ſie kürzlich gegen uns geübt haſt.

Iſabella belohnte ihren Gatten für dieſen Gnadenakt mit einem beifälligen Lächeln und die Ceremonie begann, welche unſeren Helden und unſere Heldin für immer vereinigte. Mercedes fühlte in der Wärme, womit Luis ſie an ſeine Bruſt drückte, daß ſte ihn nun verſtand, und für einen wonnevollen Augenblick war Ozema in der Ueberfülle des eigenen Glückes vergeſſen. Columbus hatte die Braut zum Altare geleitet ein Amt, welches ihm der König ſelbſt zugewieſen, während Letzterer, in der Abſicht, ihm