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Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika / von J. F. Cooper. Aus dem Engl. von C. Kolb
Entstehung
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ſterben zu müſſen in der Blüthe der Schönheit und mit einem Herzen, gebrochen unter der Laſt unerwiederter Liebe!

Und doch, Mercedes, wird der Hingang ein ſegenvoller ſeyn, wenn nach dem Schluſſe der irdiſchen Scene ſich dem erwachenden Auge der Himmel aufthut, ſo daß man ſtatt der Klage ſich eher freuen ſollte. Ein ſo junges und unſchuldiges Weſen, deſſen reiner Geiſt ſich ſo offen vor uns entfaltete, und dem nichts als die Frucht des religiöſen Unterrichts mangelte, kann um ihrer perſön⸗ lichen Irrthümer willen wenig zu befürchten haben. Alles, was ſie bedarf, beſteht darin, daß man ſie in den Bund der goͤttlichen Gnade aufnimmt und ihr das Sacrament der. heiligen Taufe zu Theil werden läßt. Gewiß! kein Biſchof der Kirche könnte dann mit ſchöneren Hoffnungen für ſeine Zukunft vom Leben ſcheiden.

Wie ich vernehme, Sennora, iſt der Herr Erzbiſchof im Begriff, dieſen heiligen Dienſt an ihr zu verrichten.

Dieß hängt gewiſſermaßen von Dir ab, meine Tochter. Hoͤre und übereile Dich nicht in Deiner Entſchließung, da es ſich dabei um das ewige Wohl einer Menſchenſeele handelt.

Die Konigin theilte nun Mercedes das romantiſche Geſuch Ozema's mit, indem ſie es ihrer Zuhoͤrerin in ſo ſanften und ge⸗ winnenden Ausdrücken vorlegte, daß es ſogar weniger Ueberraſchung und Unruhe hervorbrachte, als ſie erwartet hatte.

Donna Beatriz trug ſich mit einem Plane; der vielleicht im Anfang annehmlich erſcheinen mochte, den aber eine reifliche Er⸗ wägung nicht billigen kann. Ihre Abſicht war, den Grafen wirk⸗ lich mit Ozema zu vermählen, Mercedes bebte erblaſſend zurückum die letzten Stunden der jungen Fremden durch das Bewußtſeyn zu verſchönern, daß ſie die Gattin des Mannes ſey, den ſie anbetete. Mir ſcheint es jedoch, es ließen ſich ernſte Ein⸗ wendungen gegen dieſes Anſinnen machen. Was iſt Deine An⸗ ſicht, Tochter?

Sennora, wenn ich noch wie früher glauben könnte, daß

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